Hohe Brandgefahr für Wälder

Das Europäische Waldbrandinformationssystem hat Alarm geschlagen und die höchste Gefahrenstufe für das Gebiet vom Waldviertel bis ins Wiener Becken ausgerufen. Über aktuelle Gefahren informiert eine Onlineplattform der BOKU.

Besonders feuergefährlich ist die Situation derzeit in Nadelwäldern. Der Waldboden ist extrem trocken. Laut Forschern der Universität für Bodenkultur in Wien (BOKU) genügt schon ein winziger Funke, um die Streuschicht am Boden zu entzünden.

Vollbrände bis zu Baumkronen möglich

„Jetzt haben wir eine Situation, dass nicht nur die oberste Streuschicht ausgetrocknet ist, sondern es auch in den unteren, tieferen Bereichen zu Trockenheit gekommen ist“, so Harald Vacik vom Department für Wald- und Bodenwissenschaften der BOKU. „Wenn ein Waldbrand auftritt, kann sich dieser sehr rasch zu einem Voll- und Kronenbrand entwickeln. Es wäre kein oberflächliches Feuer, sondern auch die Sträucher und Baumkronen könnten brennen.“

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Der Waldboden ist derzeit auch in tieferen Schichten trocken

Zigaretten und Katalysatoren als Gefahr

Am Wochenende wird in Ostösterreich die höchste Waldbrandgefahrenstufe erwartet. Bei Aktivitäten in der Nähe von Wäldern gilt es daher Einiges zu beachten, so Vacik: „Für das Bewegen im freien Gelände ist es ganz entscheidend, nicht mit offenem Feuer zu hantieren und keine Zigarettenstummel wegzuwerfen. Auch durch die Katalysatoren von auf der Wiese geparkten Autos kann ein Feuer entstehen.“ Mit einem Mythos räumt die Universität hingegen auf, denn „Glasscherben können nach derzeitigen wissenschaftlichen Erkenntnissen keine Waldbrände auslösen“.

Die Forscherinnen und Forscher der BOKU fanden heraus, dass rund 85 Prozent aller Waldbrände in Österreich durch menschliche Aktivitäten ausgelöst werden. Eine natürliche Waldbrandgefahrenquelle bleibt. Das ist am Wochenende in Ostösterreich nicht auszuschließen.

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Die meisten Brände gehen vom Menschen aus

Waldbrandereignisse auf Karte

Die Mischung aus Hitze und Trockenheit werde bis zum Ende der kommenden Woche anhalten, daher sei auch weiterhin mit einer hohen bis sehr hohen Waldbrandgefahr zu rechnen, wodurch selbst massive Großbrände möglich sind - mehr dazu in wetter.ORF.at.

2013 hat das Institut für Waldbau an der BOKU eine Onlineplattform entwickelt, wo über eine interaktive Karte unter anderem Waldbrandereignisse abgefragt und aktuelle Informationen zur Waldbrandgefahr abgerufen werden können.

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