Neue Klientel stürmt Copa Cagrana

Seit einem Monat hat die neue Copa Cagrana geöffnet. Es kommen viel mehr Gäste als vorher, sagen die Betreiber. Und die Kundschaft hat sich verändert. Die Copa ist jetzt ein Hotspot für schicke Gäste und Anzugträger.

Zur Mittagszeit am „Copa Beach“ an der Copa Cagrana: Am neu angelegten Strand sind fast keine Liegen mehr frei, Leute sonnen sich, trinken etwas beim neuen „Beachhouse“ oder essen in den beiden neuen Lokalen. Die beiden Restaurants Rembetiko und Mar y Sol eröffneten genau vor einem Monat. In die neu gestalteten Lokale ist der alte Mieter Harry Mussa wieder eingezogen – mehr dazu in Neue Copa Cagrana hochwasserfit.

Nach einem jahrelangem Rechtsstreit mit dem Generalpächter Norbert Weber, der das Areal verkommen hat lassen, hat die Stadt Wien die Copa neu gestaltet. Laut Mussa seien in den letzten Jahren immer weniger Leute in sein Restaurant gekommen. Der erste Monat sei nun bereits sehr positiv verlaufen. „Ich bin sehr zufrieden, es läuft sehr gut, viel besser als vorher. Ich habe mir nicht vorgestellt, dass es wirklich so gut wird", sagt Mussa.

Copa Cagrana/Copa Beach
ORF/Laura Schrettl

Mussa: „Gäste sind zu vierzig Prozent andere Leute“

Nicht nur das Ambiente der Restaurants hat sich geändert, auch die Kundschaft habe sich seit dem Umbau verändert. „Es kommen jetzt gehobenere und ältere Leute her. Früher waren eher jüngere Leute hier, jetzt sind es Büroleute, Anzugträger und Leute mit mehr Geld. Ich kenne schon noch viele Gäste von früher, aber zu vierzig Prozent sind es jetzt andere Leute“, sagt Mussa.

Mittags lebt der Betreiber von Leuten, die in der Nähe arbeiten und in ihrer Mittagspause herkommen. Stammkunden machen etwa die Hälfte seiner Gäste aus. Zwei langjährige Gäste schwärmen vom Mittagsbuffet, sparen aber auch nicht mit Kritik: „Die Veränderung der Lokalität ist natürlich extrem, die griechische Atmosphäre ist verloren gegangen, das macht die Küche aber wett.“

Gäste kritisieren neues Ambiente und höhere Preise

Einige Leute kritisieren das neue Ambiente des Betongebäudes. „Das Lokal strahlt eher Kühle aus, das griechische Ambiente von früher fehlt", sagt ein Gast. Eine Dame, die in der Nähe arbeitet, sagt: „Die Lokale reizen mich vom Aussehen nicht besonders, spricht mich einfach nicht an.“ Ein Herr, der oft seine Mittagspause an der Copa Cagrana verbringt, sagt jedoch: „Den Griechen finde ich gut, nette Atmosphäre und das was sie jetzt daraus gemacht haben, ist eine Bereicherung für diesen Stadtteil – auch mit der Badelandschaft.“

„Wir sind kein Hauben-Lokal, es ist wie in Griechenland auf einer Insel - eine gepflegte Taverne", beschreibt der Betreiber sein Lokal. An vielen Abenden sei das Restaurant laut Mussa komplett ausgebucht. Die Speisekarte sei die gleiche geblieben, aber die Qualität sei besser geworden. Viele Leute finden die Preise nun zu hoch. „Wir haben normale, angepasste Preise, die sich jeder leisten kann“, sagt Mussa dazu.

Die heißen Temperaturen sind für den Betreiber gut. „Bei schönem Wetter kommen etwa 150 bis 200 Leute, bei schlechtem Wetter fast niemand“, sagt Mussa. Er hofft, dass das Lokal auch im Winter gut laufen wird. Heuer bleibt es erstmals offen.

Neuer „Copa Beach“ wird gut angenommen

Auf dem neuen „Copa Beach", auf dem zwar kein Konsumzwang herrscht, gibt es für Erfrischungen jetzt das „Beachhouse". Dies betreibt der Besitzer des Clubs Chaya Fuera. Die Barbesitzer kümmern sich auch um die Liegestühle und Schirme, diese werden etwa um 9.30 Uhr aufgestellt. „Teilweise sind um 11.00 Uhr keine Liegen und Schirme mehr frei“, sagt Verena Hendler vom „Beachhouse“.

„Wir kriegen immer wieder die Rückmeldung, dass die Leute sich freuen, dass der ‚Copa Beach‘ aufgewertet wurde. Gerade die Leute in der Umgebung freuen sich, dass sie den Platz hier nutzen können und dass der Platz öffentlich ist und die Schirme und Liegen gratis zur Verfügung gestellt werden.“ Laut Hendler spricht sich der neue Strandbereich immer mehr herum und lockt jeden Tag mehr Leute an die Copa Cagrana.

Copa Cagrana/Copa Beach
ORF/Laura Schrettl

Keine Toilettenanlagen am „Copa Beach“

Über den „Copa Beach“ sind die meisten Rückmeldungen positiv. Ein Stammgast des Restaurants beschwert sich jedoch über die fehlenden Toiletten- und Umkleideanlagen am „Copa Beach“. „Die meisten Leute gehen wahrscheinlich im Wasser auf die Toilette, was zu einer schlechten Wasserqualität führt, da wäre die Stadt gefragt, etwas zu tun“, sagt der Herr. Laut dem Büro von Umweltstadträtin Ulrike Sima (SPÖ) heißt es, dass es eine Vereinbarung mit dem Betreiber gibt, dass die Leute vom „Copa Beach“ die Toilettenanlagen der Restaurants benutzen dürfen.

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