Haupteingang der Karlskirche wird saniert

Die Säulenhalle der Karlskirche in Wien wird derzeit renoviert. Das Gerüst für die Arbeiten bleibt vorerst bis Ende Oktober stehen. Insgesamt wurden seit 2002 zehn Millionen Euro in die Renovierung der Kirche investiert.

An der Karlskirche werden seit Jahren Renovierungsarbeiten getätigt. „Beim Portikus (die Säulenhalle, Anm.) ist seit dem Krieg nichts mehr getan worden“, sagt Harald Gnilsen, Architekt und Baudirektor der Erzdiözese Wien. Jetzt müssten etwa die Säulen saniert werden. Das Gerüst für die Arbeiten am Portikus bleibt vorerst bis Ende Oktober stehen.

Laut Gnilsen laufen die Renovierungsarbeiten ununterbrochen. „Wenn man nach 25 Jahren rundherum fertig ist, fängt man wieder von vorne an. Das Gebäude braucht einfach Pflege, es ist der Witterung ausgesetzt, das ist der Lauf der Natur, da muss man immer wieder restaurieren.“

Karlskirche Renovierung
ORF/Laura Schrettl

Gesamter Innenraum der Kirche renoviert

Im vorigen Jahr wurden bereits die Renovierungsarbeiten an den seitlichen Türmen abgeschlossen. „Die Türme hatten Schäden, Wasser ist seit jeher eingetreten, Gesimsteile drohten abzustürzen, Figuren mussten bearbeitet werden“, berichtet der Architekt.

Wenn die Arbeiten am Portikus abgeschlossen sind, fehlen laut Johannes Pasquali vom „Verein der Freunde und Gönner der Wiener Karlskirche" im Außenbereich noch die beiden Triumphsäulen, deren Sanierung bereits geplant wird. Seit 2002 wurde laut Pasquali auch der gesamte Innenraum renoviert. „Die Kirche war in dieser Zeit immer für Touristen offen und Messen haben stattgefunden“, sagt Pasquali.

Im Innenraum wurden der Fresko, die Kanzel, der Altarbereich, der Stuckmarmor und die Kirchenbänke renoviert. Die Basen, der untere Teil der Säulen, wurden vergoldet. „Das Um und Auf ist, dass die Originalsubstanz aus der Barockzeit erhalten bleibt. Die Ergänzungen müssen optimal dazu passen, auch bautechnisch, dabei muss darauf geachtet werden, dass die Material-Konformität gegeben ist“, erklärt Gnilsen.

Renovierung wird durch Lift-Einnahmen finanziert

„Wir haben seit 2002 in Summe zehn Millionen Euro in die Renovierung der Karlskirche investiert“ berichtet Pasquali. Die Kosten für die Renovierung des Portikus belaufen sich auf rund 400.000 Euro.

Die Kosten der gesamten Umbauarbeiten werden zu 90 Prozent durch Eintritte abgedeckt. Circa zehn Prozent werden durch Förderungen der Stadt finanziert. Vom Bundesdenkmalamt hofft Gnilsen noch eine geringe Förderung zu bekommen. Die Erhaltung der Kirche sei sehr kostenintensiv. Laut dem Architekten kann man keine modernen Materialien wie beispielsweise Zement verwenden, da dieser schädlich für die alten Materialien ist. Bei den Arbeiten werden Stein und Kalkputze verwendet.

„Wegen dem Kalk können wir nur in bestimmten Perioden arbeiten, die Temperaturen sind da das Kriterium, im Winter geht es nicht“, sagt Gnilsen. Daher werden die Renovierungsarbeiten im Winter pausieren und im Frühjahr fortgesetzt.

Karlskirche für Besucher weiterhin begehbar

Als man mit den Renovierungsarbeiten für die Kuppel vor Jahren begonnen hatte, wurde dafür ein Lift in der Mitte der Kuppel gebaut, diesen können seither auch die Besucher nutzen. Die Fahrt mit dem Lift kostet acht Euro. Diese Einnahmen decken den größten Teil der Renovierungskosten, daher hat man den Aufzug bis heute nicht abgebaut. Der Lift ist laut Gnilsen so konstruiert, dass er die Messe nicht stört. Der Aufzug soll vorläufig bleiben, nach dem Umbau wird er aber wieder abgebaut.

Die Besucher können die Kirche während der Renovierungsarbeiten weiterhin begehen. Der Haupteingang ist zwar gesperrt, der Besuchereingang und die Kasse befinden sich jedoch am rechten Seiteneingang. Der Haupteingang ist laut Gnilsen nur zu Hochfesten offen. Der Besuch der Kirche für das Gebet oder für eine Messe kostet nichts. Nur Touristen müssen für den Lift und die Besichtigung bezahlen.

Die Renovierungsarbeiten werden vom Bauamt der Erzdiözese Wien und dem Verein der Freunde und Gönner der Wiener Karlskirche durchgeführt und mit dem Bundesdenkmalamt abgesprochen. Derzeit wird an einem großen Restaurierungszyklus gearbeitet, dabei wird geschaut, in welchem Zustand die Kirche ist und welche Renovierungen in den nächsten Jahren erforderlich sein werden. So ein Zyklus dauert laut Gnilsen 30 bis 40 Jahre.

Links:

Werbung X