Wienwoche: Start mit „Graus der Geschichte“

Mit der Aktion „Graus der Geschichte“ in einer Geisterbahn im Prater beginnt heute die diesjährige Wienwoche. Das Kulturfestival findet zum vierten Mal statt, die Performances waren dabei nicht immer unumstritten.

In den vergangenen Jahren sorgten etwa eine symbolische Massenhochzeit zum Thema Migration, ein städtischer Bettelbeauftragter oder die Aktion „Wahlwexel“ für nicht wahlberechtigte Menschen für Diskussionssstoff. Auch die Subventionen für das Fest sorgten seit der ersten Auflage 2011 immer wieder für Gesprächsstoff - mehr dazu in Wienwoche: Das Stadtfest der Grünen (wien.ORF.at; 20.9.2012), Kritik an Subventionen für „Wienwoche“ (wien.ORF.at; 12.9.2013) und Wienwoche mit Massenhochzeit (wien.ORF.at; 12.9.2014).

Heuer beträgt das Budget 453.000 Euro und wird zur Gänze von der Stadt Wien getragen. Auf dem Programm stehen unter anderem feministisch-queeres Boxen, Veranstaltungen zum aktuellen Thema Asyl und eine „taktlose Revue“ mit Wienerliedern. Das Motto frei nach Mozart: „Beym Arsch ist’s finster.“ - mehr dazu in Feministisch-queeres Boxen bei Wienwoche (wien.ORF.at; 15.8.2015).

Geisterbahnfahrt zum Auftakt

Österreichs „Graus der Geschichte“ steht zum Auftakt der Wienwoche bei einer Geisterbahnfahrt im Prater im Mittelpunkt. Der Parcours, der von Freitag bis Sonntag bei der Großen Geisterbahn (Zufahrtsstraße 143) gratis ausprobiert werden kann, soll ein „ironischer Kommentar“ auf das „Haus der Geschichte“ sein, das 2018 in der Neuen Burg aufsperren soll. Der Seitenhieb soll sich vorrangig auf die rund 20-jährige heftige Debatte rund um das Museum für österreichische Geschichte beziehen.

Engelbert Dollfuß, Kurt Waldheim und Maria Fekter werden unter anderem als Pappfiguren und Puppen als Staffage für das Kunstprojekt „Graus der Geschichte“ dienen. Der zweiminütige Geschichtsparcours soll vor allem jene Aspekte der jüngeren Nationalgeschichte in den Brennpunkt rücken, die in der „großkoalitionären Geschichtsschreibung“ gerne übertüncht oder geglättet würden, sagten die Gestalter, die als Einzelakteure namentlich nicht genannt werden wollen, bei einer Probefahrt für Journalisten.

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