Grüne forcieren in Währing das Parkpickerl

Nachdem die Grünen bei den Bezirksvertretungswahlen in Währing die ÖVP abgelöst haben, hat sich Silvia Nossek am Dienstag als künftige Bezirksvorsteherin präsentiert. Die Grünen wollen nun so schnell wie möglich das Parkpickerl einführen.

„Währing hat ein wirkliches Platzproblem“, sagte Nossek. „Die Situation ist bis Gersthof hinauf unerträglich.“ Durch die Einführung der Parkraumbewirtschaftung will Nossek nicht nur Platz für parkende Bezirksbewohner schaffen, sondern auch für zusätzliche Radverbindungen, mehr Grün, aber auch für die öffentlichen Verkehrsmittel, die allzu oft durch Falschparker behindert würden. Eine weitere Befragung der Bürger - zwei in ÖVP-Zeiten fielen negativ aus - lehnte sie ab. „In Wahrheit war die Wahl die Deklaration“, so Nossek.

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Der Wunsch nach Veränderung sei groß gewesen, das habe man seit zwei bis drei Jahren deutlich gespürt. Nach Jahrzehnten der ÖVP-Dominanz habe das Gefühl vorgeherrscht, „dass Währing ein bisschen von der Substanz lebt, ein bisschen verschnarcht ist“, meinte Nossek. So sei ein Großteil des Grünraums, beispielsweise im Cottage-Viertel, vor 100 Jahre geschaffen worden. Hier will sie nun ansetzen und beispielsweise die Währinger Straße oder die „Autorennbahn“ Gersthofer Straße neu beleben.

Die neue Grüne Bezirksvorsteherin Silvia Nossek (L) und Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou
ORF/Dobes
Die neue Grüne Bezirksvorsteherin Silvia Nossek (l.) und Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou

„Langsam Freude“ bei Vassilakou

Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou zeigte sich am Dienstag deutlich entspannter als in den Tagen zuvor. „Langsam stellt sich heute Freude ein“, sagte sie in der Pressekonferenz. Als Erfolg wertete sie, dass etwa im zweiten Bezirk der Bezirksvorsteher-Stellvertreter zurückerobert werden konnte. Außerdem habe es bei der Gemeinderatswahl Stimmzuwächse gegeben: Man habe 98.000 Stimmen geschafft, um 3.000 mehr als 2010.

Danit begründete sie auch, warum sie nicht zurücktreten werde. „Sollte es zu Verlusten kommen, was ich nicht glaube, dann bedeutet das für mich auch, dass es an der Zeit ist, dass die nächste Generation bei den Grünen übernimmt.“ Diesen Satz hatte Vassilakou Ende August in einem Interview mit der APA gesagt - mehr dazu in „Keine Glanzleistung“: Vassilakou bleibt.

Homole war seit 1990 Bezirksvorsteher

Bisher war der Bezirk in schwarzer Hand: Karl Homole (Jahrgang 1941) war seit 1990 Bezirksvorsteher. 2010 bekam die ÖVP mit einem Verlust von mehr als vier Prozentpunkten noch 30,63 Prozent. Diesmal kam sie mit 27,26 Prozent nur auf Platz Zwei - mehr dazu in Währing ist grün, Floridsdorf bleibt rot.

Karl Homole ist somit einer der längst dienenden Bezirkschefs von Wien. Das dominante Thema seiner Amtszeit war wohl das gebührenpflichtige Parkpickerl. Homole widersetzte sich dem Plan der grünen Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou. Zweimal lässt Homole die Währinger dazu befragen, zweimal unterstützen sie das „Nein“ ihres Bezirksvorstehers.

Als seine größten Verdienste für Währing nennt er selbst die höhere Verkehrssicherheit, die Schulsanierungen und den Ausbau der direkten Demokratie. Ein besonderes Anliegen war es ihm, Wünsche der Kinder und Jugendlichen im Bezirk umzusetzen. Dafür gab es eigene Kinder- und Jugendparlamente. Bevor Homole Bezirksvorsteher wurde, war er Verkaufsdirektor der Firma Henkel.

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