FPÖ Simmering: Migranten „besser integrieren“

In Simmering ist am Sonntag die Ära der SPÖ-Vorherrschaft zu Ende gegangen. Bei der Bezirksvertetungswahl kam die FPÖ auf Platz eins. Neuer Bezirksvorsteher wird Paul Stadler. Er will Menschen mit Migrationshintergrund „besser integrieren“.

Bei der Bezirksvertetungswahl fuhr der selbstständige Unternehmer Stadler 41,76 Prozent für die FPÖ ein. Fragt man ihn nach seinem Geburtsdatum, kann es passieren, dass er sich als „Silversterscherz“ bezeichnet, da er am 31. Dezember 1956 geboren wurde. Auf der politischen Agenda steht, wie er im ORF-Gespräch erklärt, die Verbesserung der „Anbindung der öffentlichen Vehrkehrsmittel im Bezirk auch bis nach Schwechat“.

Neuer FPÖ-Bezirksvorsteher in Simmering Paul Stadler
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Neuer FPÖ-Bezirksvorsteher Paul Stadler

Auch die Standortsicherung der Simmeringer Gemüsegärtner ist dem neuen Bezirkschef ein Anliegen. „Denn mir schmeckt unser Gemüse besser, als das Mailändische oder Holländische. Ich bin hier geboren und 40 oder 50 Jahre später sind zwei Drittel aller Gärtnereien weg und nur mehr Wohnbauten da. Hier muss man sich entscheiden zwischen Wohnungen oder Gemüse“, sagte Stadler gegenüber „Wien heute“.

Migranten „besser integrieren, besser aufteilten“

Angesprochen auf Menschen mit Migrationshintergrund meint Stadler, „dass man schauen muss, dass man sie besser integriert, besser aufteilt“. Als Beispiel nennt er den Karl-Höger-Hof. „Dort wohnen mehrere ältere Damen und da hat man eine junge türkische, integrierte Familie hineingesetzt und natürlich werden die erst um 10.00 Uhr Abends lustig und munter. Und jene die zu mir kommen sagen, ich habe für die Hausordnung gekämpft, ich habe gekämpft, dass eine Ruhe ist. Und jetzt setzt man die hinein, muss man das? Da könnte man doch nachschauen und auch ein gesetzteres Ehepaar hineingeben und die Jungen in einen anderen Bau“, sagte Stadler

Ein Quereinsteiger ist Stadler eher nicht: Er ist seit 1985 Parteimitglied und seit 1996 stellvertretender FP-Bezirksobmann sowie stellvertretender Bezirksvorsteher. Außerdem engagiert er sich beim Ring Freiheitlicher Wirtschaftstreibender. Seit 2007 ist er Mitglied der FPÖ-Bundesparteileitung.

Zur - nun scheidenden - roten Bezirksvorsteherin Eva-Maria Hatzl hatte er, so wird kolportiert, ein sehr gutes Verhältnis. Stadler gilt generell nicht als Mann der rauen Töne. Zuletzt hat er in einem Zetungsinterview etwa die Demo der Landstraßer FPÖ vor dem Asylzentrum in Erdberg kritisiert - mit den Worten: „Ich halte es für dumm. Das hätten sie sich sparen können.“ Der FPÖ-Politiker war seit 1996 bereits stellvertretender Bezirksvorsteher in Simmering.

Eva-Maria Hatzl muss Platz räumen

Nach ihrem Amtsantritt im November 2014 hatte Hatzl sich noch zuversichtlich gezeigt, den ersten Platz der SPÖ verteidigen zu können. Unter anderem setzte sie dabei auf den Öffi-Ausbau. Die erhoffte Zusage von Bürgermeister Michael Häupl für die U3-Verlängerung nach Kaiserebersdorf bekam sie allerdings nicht mehr. Die SPÖ kam mit 40,83 Prozent nur mehr auf Platz Zwei. Die Witwe von Parteilegende Johann Hatzl räumt damit ihren Platz für die FPÖ.

Die ehemalige Bezirksvorsteherin von Simmering Eva-Maria Hatzl (SPÖ)
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Eva-Maria Hatzl kam mit der SPÖ in Simmering nur auf Platz zwei

Auch das leistbare Wohnen stellte Hatzl in den Mittelpunkt. Gegenüber dem Aufstieg der Freiheitlichen im Arbeiterbezirk Simmering zeigte sie sich ein wenig ratlos. „Natürlich hat es angefangen mit der Zuwanderung, dass wir in die Gemeindebauten Neu-Österreicher hinein gekriegt haben. Das war Simmering nicht so gewöhnt, wie vielleicht schon andere Bezirke“, meinte sie im „Wien heute“-Interview. „Natürlich aben das die Freiheitlichen dann aufgegriffen, aber sie können auch nicht viel machen. Die Leute zahlen ihre Miete und gehen arbeiten, es ist alles in Ordnung. Man kann nicht jemanden hinauswerfen, der alles so korrekt wie der Ur-Österreicher macht.“

Gegen Rot-Blau auf Gemeindeebene sprach sie sich deutlich aus. „Weil die FPÖ ein ganz ein anderes Gedankengut hat als wir, wir nicht mit denen können. Dafür ist es für mich äußerst wichtig, dass wir dazu stehen und das auch kundtun.“ Hatzl wurde am 27. April 1953 in Wien geboren, seit 49 Jahren lebt sie im Bezirk. Ab 1990 war sie in der Simmeringer SPÖ tätig, 2009 zog sie in den Gemeinderat der Stadt Wien ein. Am 21. November 2014 übernahm sie von Renate Angerer den Chefsessel in Simmering. Hatzl ist zudem u.a. Vorsitzende-Stellvertreterin der Wiener Volkshilfe.

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