Flüchtlinge: Erdberg wird Familienquartier

Die Stadt übernimmt in den kommenden Tagen das Bundesquartier für Flüchtlinge in Erdberg. Aus dem Quartier mit vielen Jugendlichen soll dann eine permanente Grundversorgungsunterkunft für Familien werden.

In den nächsten Tagen soll der Vertrag zwischen dem Innenministerium und dem Fonds Soziales Wien (FSW) unterzeichnet werden. Man sei sich mit dem Eigentümer der ehemaligen Zollamtsschule in Erdberg, der Bundesimmobiliengesellschaft (BIG), über die Konditionen einig, heißt es vom Fonds Soziales Wien, der die Flüchtlingsbetreuung in der Stadt koordiniert - mehr dazu in Wien übernimmt Asylquartier ab November.

Caritas und Samariter übernehmen Betreuung

Die Betreuungsfirma ORS, die für den Bund etwa die Erstaufnahmestelle in Traiskirchen verwaltet, wird ab sofort nicht mehr für Erdberg zuständig sein. Die Caritas und der Arbeiter-Samariter-Bund übernehmen die Betreuung der Asylwerber. Es soll ausschließlich sozialpädagogisch geschultes Personal eingesetzt werden, heißt es vom FSW. Derzeit sind 636 Personen in Erdberg untergebracht, davon 314 unbegleitete Jugendliche und Kinder. Sie sollen nach und nach in kleinere Einrichtungen in ganz Wien gebracht werden, so ein FSW-Sprecher.

Die ehemalige Zollamtsschule in Erdberg wurde im September des Vorjahres als Übergangsquartier zur Entlastung von Traiskirchen eingerichtet. Im Februar des heurigen Jahres wurde die Unterkunft geschlossen. Aufgrund der vielen Flüchtlinge, die nach Österreich kommen, wurde es im Mai dann wieder als Übergangsquartier reaktiviert.

Jetzt soll aus der ehemaligen Zollamtsschule ein Grundversorgungsquartier für Familien werden. Dazu sind aber noch Umbauarbeiten notwendig. Statt der Zwei- und Vierbettzimmer sollen Wohneinheiten in verschiedenen Größen entstehen, die für Familien geeignet sind, so der Plan. Wann damit begonnen wird, ist noch unklar. In allen Wiener Grundversorgungseinrichtungen sind zudem flächendeckende Deutschkurse geplant, auch für Erwachsene.

Beheizte Quartiere als oberste Priorität

In Wien sind derzeit 14.620 Asylwerberinnen und Asylwerber untergebracht, das Bundesland erfüllt damit die Quote zu 115 Prozent. Die Stadt stellt angesichts des bevorstehenden Winters das Konzept der Flüchtlingsbetreuung um. Oberste Priorität habe daher derzeit die Schaffung beheizter Notquartiere. So soll etwa eine bauMax-Filiale in Liesing bald 600 Menschen Platz bieten. Auch ein aufgelassenes Hotel in Favoriten wurde zu einer Flüchtlingsunterkunft - mehr dazu in Geheizte Flüchtlingsquartiere als oberstes Ziel.

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