Manner: Steigender Export und teurer Neubau

Die Firma Manner meldet Exportanstiege von 7,5 Prozent. Allerdings belaste das Unternehmen ein geplanter Neubau um rund 40 Millionen Euro und unerwartete Kosten wegen des Einsturzes eines Fabriktrakts in Hernals im Vorjahr.

Exportanstiege im 3. Quartal haben dem Schnittenhersteller Manner die Umsätze versüßt, als bitterer Beigeschmack bleiben aber die anhaltend hohen Rohstoffkosten und die - auch finanziellen - Belastungen durch das Neubauprojekt nach dem Teileinsturz eines alten Gebäudes in Wien. Der per 30. September negative Cash Flow musste durch Bankkredite abgedeckt werden, die Eigenkapitalquote sank unter 30 Prozent.

Manner Schnitte
APA/Hochmuth

1,4 Prozent mehr Umsatz

In den ersten neun Monaten steigerte Manner den Gesamtumsatz um 5,0 Prozent auf 134,5 Millionen Euro. Besonders stark legten dabei die Erlöse mit +7,5 Prozent auf 77,1 Millionen Euro im Warenexport zu, namentlich innerhalb der EU. Die Exportquote erhöhte sich dadurch von 59,6 Prozent zur Jahresmitte auf zuletzt 61,0 Prozent.

In Österreich wuchsen die Umsätze um 1,4 Prozent auf 52,3 Millionen Euro, teilte das Unternehmen am Freitag mit. Beim Ergebnis habe man per September „ein positives Vorzeichen beim Ergebnis“ erwirtschaftet, heißt es ohne nähere Details; im Halbjahr waren noch 8,8 Millionen Euro Periodenverlust angefallen. Das Plus bis September wolle man aus jetziger Sicht bis Jahresende noch ausbauen können - mehr dazu in Haselnussengpass: Manner erhöht Preise.

Das Projekt des geplanten neuen Standorts - die Produktion soll für 40 Millionen Euro bis Mitte 2017 auf neue Beine gestellt werden - sowie vor allem die unvorhergesehenen Maßnahmen rund um den Einsturz eines Fabriktrakts in Wien-Hernals im Vorjahr „beanspruchen das Unternehmen in allen Bereichen überdurchschnittlich“, erklärte Aufsichtsratschef Carl Manner im Quartalsbericht - mehr dazu in Manner feiert Dachgleiche.

Versicherung deckt nur Teil des Schadens

Zwar habe man durch die Versicherung für den Sachschaden durch den Teilgebäudeeinsturz eine Ersatzzahlung erhalten, die jedoch nur einen geringen Teil des Schadens abdecke, wie es heißt. Durch den erhöhten Finanzmittelbedarf - vorrangig aus dem Wiederaufbau sowie den Umbau des Standortes Wien - ergebe sich eine gegenüber dem Vorjahr höhere Belastung aus dem Finanzergebnis - mehr dazu in Manner-Einsturz ließ Umsatz einbrechen.

Fotos vom Teileinsturz der Manner-Fabrik in Hernals im Oktober 2014

22 Mitarbeiter mehr als im Vorjahr

Durch die Sondersituation ergab sich nach Angaben des Waffelproduzenten bei den Auszahlungen für Anlageinvestitionen im Vergleich zum Vorjahr eine nochmalige Steigerung. Mit Fortschritt der Bautätigkeiten seien weitere Anzahlungen geleistet worden. Höhere Lagerstände und Forderungen infolge des besseren Geschäftsgangs hätten die Bilanzsumme um 24,0 auf 141,9 Millionen Euro klettern lassen, das habe zu einem Rückgang der Eigenkapitalquote gegenüber dem Vorjahreswert von 35,7 auf 29,6 Prozent geführt.

Für die anhaltend hohen Rohstoffpreise wird keine wesentliche Veränderung erwartet, sondern „aus heutiger Sicht eine Seitwärtsbewegung“, heißt es. Allerdings entwickelten sich die Rohstoffe unterschiedlich: Während Haselnüsse und Kakaobohnen „deutlich teurer“ als voriges Jahr waren, verzeichnete Manner niedrigere Einkaufspreise bei Zucker und Milch - mehr dazu in Manner leidet unter Haselnusspreisen.

Der Personalstand wuchs per Ende September samt Niederlassungen im Ausland auf 738 Mitarbeiter, um 22 mehr als im Vorjahr.

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