Keine Ärzte für Primärversorgung

Das geplante Primärversorgungszentrum (PHC) in der Donaustadt ist auch im zweiten Anlauf gescheitert. Es wurden keine Ärzte gefunden, die unter den gestellten Bedingungen in einer gemeinsamen Praxis zusammenarbeiten wollen.

Primärversorgungszentren sind der neue Trend im Gesundheitswesen. Dabei sollen mehrere Ärzte an einem Standort bei längeren Öffnungszeiten kooperieren, um Spitalsambulanzen zu entlasten. Seit Mai gibt es das erste Primärversorgungszentrum in Mariahilf - mehr dazu in Primärversorgung startet im Mai (wien.ORF.at; 27.4.2015).

Pilotprojekt entstand aus Gruppenpraxis

Sowohl die Stadt Wien, die Krankenkasse als auch die Ärztekammer befürworten die Idee von Primärversorgungszentren. Bei den Details gibt es aber Probleme. So ist das Pilotprojekt auf der Mariahilfer Straße, das in einer Studie von den Patienten gelobt wird, aus einer Gruppenpraxis entstanden. Die Ärzte kennen sich seit Jahren.

Primärversorgung in Mariahilf
ORF
Das Pilotprojekt in Mariahilf wird von den Patienten gelobt

Hoffnung auf dritte Ausschreibung

Bei der zweimaligen Ausschreibung für ein weiteres Zentrum in der Donaustadt fand man jedoch schlicht keine zueinander passenden Partner. Die Ärztekammer hofft nun auf eine dritte Ausschreibung, die so schnell wie möglich erfolgen soll.

Ein weiterer Punkt, an dem das Projekt scheitern könnte, ist die Bezahlung der Ärzte. Die Ärztekammer beharrt auf den gültigen Gesamtbetrag mit der Krankenkasse. Jeder Arzt soll gleichsam einzeln nach den üblichen Tarifen abgerechnet werden. Ein Gesetzesentwurf sieht jedoch auch die Möglichkeit individueller Verträge vor. Die Ärztekammer ist gegen solche Verträge.

Gesundheitsministerin Sabine Oberhauser (SPÖ) möchte die Primärversorgung mit einer gesetzlichen Grundlage verbessern - mehr dazu in Mehr Tempo bei Primärversorgungszentren (oe1.ORF.at; 20.8.2015).

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