„Train of Hope“ stellt Betrieb am Bahnhof ein

Die Freiwilligeninitiative „Train of Hope“ baut am Hauptbahnhof gerade ihre Zelte ab. Durch den Winter würden nicht mehr so viele Flüchtlinge ankommen, teilte die Initiative per Facebook mit. Man arbeite zudem an einer Neuausrichtung.

Die meisten Stationen am Hauptbahnhof würden „vorläufig in den Winterschlaf“ gehen, hieß es auf der Facebook-Seite von „Train of Hope“ am Dienstag, das Lazarett werde noch bis Freitag weiterbetrieben. „Die Zelte, Regale, Spenden und vieles mehr wird für den nächsten Bedarfsfall eingelagert“, teilte die Initiative mit. Spenden könne man vorerst keine mehr entgegennehmen, wer Dinge als Leihgabe zur Verfügung gestellt hat, wird gebeten, sich zu melden.

Küche ins Ferry-Dusika-Stadion übersiedelt

Man räume aber keineswegs das Feld, wird gleichzeitig betont: „Vielmehr arbeiten wir intern mit Hochdruck an unserer Neuausrichtung, um auch weiterhin zielgerichtet die Unterstützung für Refugees zur Verfügung stellen zu können, die benötigt wird.“ Nach dem „Willkommenheißen“ der Flüchtlinge wolle man sie nun beim Ankommen Österreich unterstützen. Derzeit arbeite man an Ideen und Plänen dazu.

Die „Train of Hope“-Küche übersiedelte bereits in die Flüchtlingsnotunterkunft im Ferry-Dusika-Stadion, die Kinderecke in die Notunterkunft im ehemaligen Finanzamt in der Schottenfeldgasse.

Kein Druck von ÖBB-Seite

Mehrere Monate lang betreuten die Freiwilligen von „Train of Hope“ Flüchtlinge am Hauptbahnhof - mehr dazu in Hauptbahnhof: Hilfe in privater Hand und Flüchtlinge: Erschöpfung bei Helfern. Diese Woche wird die Initiative dafür von der Österreichischen Liga für Menschenrechte ausgezeichnet.

Train of Hope am Hauptbahnhof
ORF Wien
Spenden werden vorerst keine mehr angenommen

Von den ÖBB aus hätten sie die Räumlichkeiten noch nicht verlassen müssen, erklärte Christiane Sack, Social-Media-Verantwortliche der Initiative gegenüber wien.ORF.at. Allerdings seien viele der Freiwilligen inzwischen zum Beispiel in Notunterkünften engagiert, weil dort der Bedarf größer sei. Zudem sei die Bahnhofshalle nicht beheizbar und inzwischen sehr kalt - das wolle man weder den Flüchtlingen noch den Helfern weiter zumuten.

Es gebe nur mehr sehr wenige neu ankommende Flüchtlinge, dafür seien viele aus den Notunterkünften da, weil sie dort nicht ausreichend mit Essen versorgt würden, so Sack: „Wir haben das Bedürfnis, Menschen dort zu helfen, wo sie Hilfe brauchen. Und sie brauchen jetzt dringender Hilfe in der Grundversorgung und in den Notunterkünften als am Hauptbahnhof."

Train of Hope
ORF / Lattinger
Die Zelte vor am Hauptbahnhof werden abgebaut

Tageszentrum am Westbahnhof weiter in Betrieb

Die Infrastruktur der Caritas am Wiener Westbahnhof bleibt unterdessen weiter bestehen. Täglich würden sich derzeit zwischen 50 und 70 Menschen im dortigen Tageszentrum aufhalten, sagte Caritas-Sprecher Martin Gantner gegenüber wien.ORF.at. Sie würden sich dort aufwärmen und mit warmen Mahlzeiten und Kleidung versorgt. Es handle sich dabei um Flüchtlinge auf der Durchreise, aber auch um Menschen, die in Notquartieren untergebracht seien, sich dort tagsüber aber schwer aufhalten könnten.

Es würden weiterhin Flüchtlinge am Westbahnhof ankommen, wenn auch deutlich weniger als noch vor ein paar Wochen, so Gantner. Nach wie vor habe man am Westbahnhof Bedarf an freiwilligen Helferinnen und Helfern und Sachspenden, der aktuelle Bedarf werde über die Website der Caritas und über Facebook kommuniziert.

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