Flüchtlinge: Neue Aktion für private Quartiere

Mit einer neuen Aktion sucht die Stadt nach privaten Quartieren für Flüchtlinge. Das kündigte Flüchtlingskoordinator Peter Hacker in „Wien heute“ an. Für 2016 wird laut Hacker „ein hoher Betrag“ für die Flüchtlingsbetreuung notwendig sein.

43 Millionen Euro und damit doppelt so viel wie geplant braucht der Fonds Soziales Wien heuer. 2016 wird dieser Betrag noch weiter steigen, weil die Zahl der Asylwerber mit Anspruch auf die Grundversorgung steigt - auf mindestens 35.000, schätzt die Stadt.

Am Budget für das nächste Jahr wird derzeit gerechnet, so Hacker: „Wir wollen keine Hausnummern und Schätzungen machen, sondern sehr präzise Budgets abgeben. Daher wird noch im Dezember gerechnet auf der Grundlage der Steigerungen die wir in den letzten Monaten gesehen haben. Im Jänner und Februar wird verhandelt.“ Auf eine genaue Summe wollte sich Hacker nicht festlegen: „Es wird ein Beitrag unter hundert Millionen sein, aber es wird ein hoher Betrag sein.“

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Peter Hacker im „Wien heute“-Interview

Der Wiener Flüchtlingskoordinator über das Budget für das nächste Jahr und die Suche nach Quartieren für Flüchtlinge.

Probleme um Unterkunft im Dusika-Stadion

Neben den Kosten ist die Suche nach Quartieren das größte Problem. „Wir haben in den letzten drei Monaten über 40 Quartiere geschaffen, dreieinhalb pro Woche. Das muss natürlich einmal renoviert und hergerichtet werden. Die Stadt hat gemeinsam mit Hilfsorganisationen eine unglaubliche Leistung vollbracht. Gemeinsam mit vielen Menschen, die dort beschäftigt sind und uns freiwillig helfen, das alles betreiben zu können“, meinte Hacker.

Allerdings sind manche Quartiere längst nicht mehr wie vorerst geplant nur Transit-Unterkünfte. Besonders prekär ist die Situation im Ferry-Dusika-Stadion in der Leopoldstadt, wo rund 800 Flüchtlinge unter mangelhaften hygienischen Bedingungen untergebracht sind - mehr dazu in Flüchtlingshelfer brauchen Hilfe (wien.ORF.at; 12.12.2015).

„Wir sind überhaupt nicht zufrieden mit der Situation, das muss besser werden. Aber wir haben uns dafür entschieden, dass wir lieber solche Quartiere haben als zu wenig, sodass Menschen im Freien schlafen müssten“, meinte Hacker. Rund 150 Menschen seien in den vergangenen Tagen aus dem Dusika-Stadion abgesiedelt. Andere Einrichtungen, die überfüllt sind, müssen abgesiedelt werden.

Ferry Dusika Stadion
ORF
Das Ferry-Dusika-Stadion war zunächst nur als Transitquartier für Flüchtlinge gedacht

Suche nach Quartieren

Stark abgenommen hat die Zahl derer, die Flüchtlinge privat bei sich aufnehmen möchten, klagen Hilfsorganisationen. Als Folge haben sich Flüchtlinge mitten in der Nacht stundenlang angestellt, nur um einen Termin bei einer Wohnberatung zu bekommen - mehr dazu in Diakonie schließt Wohnberatung (wien.ORF.at; 10.12.2015).

Peter Hacker kündigte für nächste Woche den Start einer Aktion an, „in der wir um Hilfe bei der Suche nach Herberge und Wohnungen bitten. Die Menschen in der Stadt wollen uns weiter unterstützen und uns helfen. Wir wissen auch, dass es eine große Mehrheit gibt, die mit dieser Linie einverstanden ist.“

„Wir können im Großen und Ganzen zufrieden sein, mit der Leistung, die wir zustande gebracht haben. Wir können nicht zufrieden sein, mit der Situation, die wir haben. Wir werden uns auch in den nächsten Monaten noch anstrengen müssen“, so Hacker im Ausblick auf die nächsten Wochen.

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