Wiener Linien: Neue Strategie gegen Vandalen

Die Generalsanierung der denkmalgeschützen U6-Station Alser Straße ist abgeschlossen. Damit Vandalen die Station künftig nicht beschmieren, wurde sie kurzerhand zum „Verkehrsdenkmal“ erklärt.

„Verkehrsdenkmal“ steht auf den Plexiglastafeln am Bahnsteig. Dadurch sollen die Fahrgäste sensibilisiert werden, heißt es von den Wiener Linien. Die Station ist eben kein „modernes U-Bahnbauwerk, mit großen Glasflächen, die sich relativ leicht reinigen lassen“. Sondern es handle sich „hier hauptsächlich um Putzfassaden. Wenn es zu Verschmutzungen kommt, dann muss der Maler her“, sagt Dieter Dorazin, von den Wiener Linien gegenüber „Wien heute“.

Die Wiener Linien hätten eigentlich gerne schmutzabweisende Farbe verwendet. Sie verwiesen aber auf das Denkmalamt, das keine schmutzabweisende Farbe genehmige - mehr dazu in Wiener Linien: Problem mit Wandfarbe. Seit Sommer des Vorjahres wurde die Station von Grund auf saniert, 15 Millionen Euro wurden investiert. Das U-Bahn-Gebäude von Otto Wagner ist 115 Jahre alt und steht unter Denkmalschutz.

Otto Wagner wollte „weißen Palast“

Das Bundesdenkmalamt überwachte die Sanierung. Beispielsweise mussten die Fliesen des Pflasters wie im Urzustand aussehen. „Es ist ein Entwurf von Otto Wagner und er hat sich damals einen weißen Palast vorgestellt. Das ist natürlich toll, dass wir das so originalgetreu in Stand setzen konnten“, sagt Wolfgang Salcher vom Bundesdenkmalamt.

TV-Hinweis:
„Wien heute“, 15.12.2015, 19.00 Uhr, ORF2 und danach online unter tvthek.ORF.at.

Den Inhalt der Tafeln lieferte das Wien-Museum. „Es ist ein begehbares Architekturmuseum. Das Faszinierende ist, dass es bis heute funktioniert. Und, dass es im U-Bahnbetrieb weiterverwendet wurde, und damit sich die Effizienz in gewisser Weise bis heute wiederspiegelt“, sagt Andreas Nierhaus, Kurator des Wien Museums.

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