4.500 Flüchtlinge kehrten freiwillig zurück

Immer mehr Flüchtlinge kehren freiwillig in ihre Herkunftsländer zurück. 4.500 haben in diesem Jahr freiwillig Österreich verlassen. Viele haben sich eine bessere Situation oder eine kürzere Verfahrensdauer erwartet.

Derzeit sind 74.000 Asylwerber in Österreich. Die Rückführungen in die Heimat sind im Vergleich zum Vorjahr um 36 Prozent auf 7.500 gestiegen. Davon sind 4.500 Personen freiwillig ausgereist.

Die meisten Flüchtlinge die zurückkehren, kommen aus dem Kosovo, bestätigt Innenministeriumssprecher Karl-Heinz Grundböck einen „Kurier“-Bericht. 530 Flüchtlinge kehrten in den Irak zurück, 120 nach Afghanistan, auch wenn beides keine sicheren Herkunftsländer sind.

Flüchtling: „So lange kann ich aber nicht warten“

„Menschen sind unter anderen Annahmen nach Österreich gekommen. Sie haben andere Versprechen im Irak erhalten, sehen dann hier dass die Situation eine andere ist, als sie sich erhofft hatten und kehren dann freiwillig zurück“, sagt Grundböck.

Die Menschen hatten sich eine bessere Versorgungssituation erwartet. Auch hatten sie eine falsche Vorstellung über die Verfahrensdauer von Asylanträgen. „Ich habe mein Asylverfahren beantragt, aber es wurde mir gesagt, dass es sehr lange dauert. So lange kann ich aber nicht warten, meine Frau in Afghanistan ist krank“, sagt ein Klient der Caritas-Rückkehrhilfe in der Josefstadt. Finanziert wird die Rückreise meist vom Innenministerium und der EU. Für Ticket und Startbudget gibt es zwischen 50 und 370 Euro.

In der Rückkehrhilfe der Caritas bemerken die Mitarbeiter seit September einen starken Andrang. „Es ist trotzdem ein kleiner Teil. Wir sprechen jetzt von Tausenden, die hier nach Österreich gekommen sind und einen Asylantrag gestellt haben. Davon sind ein paar Hundert zurückgekehrt. Das ist trotzdem ein kleiner Teil, verhältnismäßig“, sagt ein Teamleiter dort. 20 bis 30 Flüchtlinge informieren sich pro Tag über eine rasche Rückreise in der Stelle.

Ministerium: „Längere Entscheidungszeiten“ möglich

Gilt ein Herkunftsland als sicher wie zum Beispiel der Kosovo dauert das Asylverfahren laut Innenministerium durchschnittlich 15 Tage. Bei „nicht sicheren Herkunftsländern“ wie zum Beispiel der Irak oder Afghanistan sieht es anders aus. „Hier kann es längere Entscheidungszeiten geben und gerade mit dem Rechtsmittel kann es über Jahre hingehen, bis dann am Ende ein negativer Bescheid steht und das Thema der Aufenthaltsbeendigung zum Thema wird“, sagt Grundböck.

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