AUA: 100 zusätzliche Flugbegleiter

Es war lange ein Traumjob, der mit Freiheit und exotischen Zielen in Verbindung gebracht wurde. Doch das Berufsbild des Flugbegleiters hat sich gewandelt. Die AUA stellt 100 zusätzliche Flugbegleiter ein - ein Lokalaugenschein.

Heuer und im kommenden Jahr stellt die AUA insgesamt knapp 240 Flugbegleiter ein. Großteils sind es Nachbesetzungen im Rahmen der Fluktuation, aber es entstehen auch 100 zusätzliche Arbeitsplätze, sagte AUA-Sprecher Peter Thier. Die zusätzlichen weiblichen und männlichen Flugbegleiter werden etwa für den Ausbau der Langstrecke gebraucht. 88 waren bereits heuer in Schulung, 150 sollen noch ausgebildet werden.

Erster Einsatz noch vor Silvester

Noch vor Silvester steht der erste Einsatz für einige der neuen Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter auf dem Dienstplan. Knapp zwei Monate dauert die Ausbildung - inklusive Tipps in Sachen Make-up und Frisur. „Meine Mutter fliegt seit fast 30 Jahren. Also ich bin mit dem Job groß geworden“, sagt die angehende Flugbegleiterin Sophie Knotzer.

In den 1950er und 60er Jahren war es vor allem das Versprechen die große weite Welt zu sehen, der junge Menschen davon träumen ließ, Flugbegleiterin oder Flugbegleiter zu werden. Flugreisen waren nicht für alle erschwinglich, das Konzept der Billigfluglinien noch lange nicht erfunden.

„Kann sein, dass man bis zu 800 Leute begrüßt“

Flugbegleiter wurden mit exotischen Zielen, teuren Hotels und dem Jetset in Verbindung gebracht. Viele Jahre und auch einige Uniformen später, hat sich das Bild gewandelt. Petra-Mey Koran-Buechner ist seit 21 Jahren AUA-Stewardess und als sogenannte „Senior“ an Bord, ist sie Chefin von bis zu sechs Flugbegleitern.

„Also ich höre immer wieder im Freundeskreis - die den Einblick nicht haben - du liegst nur am Strand, ihr habt nur fesche Piloten. Dieser Glaube ist noch immer da. Aber es kann sein, dass man bis zu 800 Leute begrüßt und verabschiedet, wenn man einen Doppelflug hat, zum Beispiel in der Früh nach München und dann noch nach Belgrad und nach Frankfurt“, erzählt Koran-Buechner.

Jahresbruttogehalt von 21.000 Euro

Es ist ein Job, der auch Schattenseiten - wie etwa Befristungen oder überhaupt nur saisonalen Anstellungen - hat. Rund 40 Anstellungen - der knapp 240 Flugbegleiterjobs bei der AUA - sollen auf vier bis sechs Monate saisonal begrenzt sein, die anderen sind auf drei Jahre befristet, mit Option auf Verlängerung. Bezahlt wird ein Bruttojahresgehalt von 21.000 Euro. Insgesamt beschäftigt die AUA rund 6.000 Leute, davon etwa 2.000 Flugbegleiter.

„Hauptsächlich achtet man auf eine hohe Kunden- und Dienstleistungsorientiertheit natürlich. Da man den ganzen Tag mit Passagieren zu tun hat. Das ist ein sehr wichtiger Faktor in der Ausbildung“, sagt AUA-Sprecherin Sandra Bijelic.

Und dass der Job nicht immer leicht ist, zeigten zuletzt die Streiks beim AUA-Mutterkonzern Lufthansa. Dort starteten Flugbegleiter im Herbst den längsten Streik in der Geschichte der deutschen Fluglinie. Die Tarifverhandlungen für die Stewardessen und Stewards der Lufthansa ziehen sich bereits seit zwei Jahren hin. Im Jänner sollen dazu offizielle Vermittlungsgespräche starten. Auch Wien war von den Streiks betroffen - mehr dazu in Lufthansa-Streik: Flüge von Wien fallen aus.

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