Ärztefunkdienst bekommt auch Kinderärzte

Wenn ein Kind in der Nacht oder am Wochenende krank wird, bedeutet das für die Eltern oft stundenlange Wartezeiten in einer Spitalsambulanz. Um dies abzufedern bekommt der Ärztefunkdienst heuer einen eigenen Kinderarzt.

„Die Hälfte aller kranken Kinder - vor allem Kleinkinder unter einem Jahr - müssten nicht in eine Spitalsambulanz gebracht werden, sie könnten auch zu Hause behandelt werden“, sagt Paul Prem, Leiter des Wiener Ärztefunkdienstes, gegenüber Radio Wien. Damit das möglich wird, setzt der Funkdienst künftig auch Kinderärzte ein.

„Eine Mutter die zu Hause ist, und zwei, drei Kinder hat, die kann ja nur schwer mit einem Kind ins Spital fahren. Mit allen drei Kindern ins Spital zu fahren, von denen aber nur eines krank ist, ist ja nicht sehr sinnvoll“, sagt Prem.

„Wir werden Kinder priorisieren“

Spätestens im Frühjahr soll der Kinderarzt in der Nacht beziehungsweise an Sonn- und Feiertagen in Wien unterwegs sein. „Wir werden Kinder und Jugendliche bis zum zehnten Lebensjahr speziell anfahren und priorisieren, damit sie schneller drankommen“, sagt Prem. Davon erhofft sich der Ärztefunkdienst eine Entlastung der Spitalsambulanzen.

Weil die Honorare erhöht wurden, ist der Einsatz von Kinderärzten möglich. Aufgrund der Erhöhung war es laut Ärztefunkdienst auch kein Problem, genügend Ärztinnen und Ärzte über die Weihnachtsfeiertage einzuteilen. In den vergangenen Jahren hatte es vor Weihnachten Befürchtungen gegeben, den Dienst nicht ausreichend besetzen zu können - mehr dazu in Frauennotruf und Ärztefunkdienst bereit (wien.ORF.at; 23.12.2013).

Für die Einteilung der Patientinnen und Patienten gibt es seit kurzem ein neues System. Sanitäter stellen dem Anrufer je nach Beschwerden Fragen, die ein Computersystem vorgibt. „Am Ende kommt eine Bewertung heraus, ob ein dringender Fall vorliegt oder nicht. Nach dieser Priorisierung wird das entsprechend an die Fahrzeuge weiter gegeben", sagte Prem - mehr dazu in Neues System bei Ärztefunkdienst.

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