Lichtpunkte im Boden warnen vor Straßenbahn

Neben Ampeln sollen nun auch LED-Lichter, die auf dem Boden in der Straße verankert sind, als Warnzeichen im Straßenverkehr dienen. Dadurch kann laut Wiener Linien die Anzahl der Unfälle zwischen Autos und Straßenbahnen verringert werden.

„Es gab immer wieder Situationen, wo Autofahrerinnen und Autofahrer nicht auf die heranfahrende Straßenbahn geachtet haben, wenn es um den Abbiegevorgang gegangen ist. Da gab es dann leider auch immer wieder Zusammenstöße“, sagt Daniel Amann, Sprecher der Wiener Linien, gegenüber „Wien heute“. „Deshalb haben wir uns entschlossen, gerade in Bereichen, wo es mit anderen Maßnahmen nicht möglich ist die Situation zu entschärfen, sogenannte Lane Lights einzubauen.“

LED Lights
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Per Datenfunk fangen die Lichter zum Blinken an

Lichter warnen Autofahrer vor Straßenbahn

Durch helles Blinken signalisieren die LED-Leuchtkörper den Autofahrern vom Boden aus, dass sich in Kürze eine Straßenbahn der Kreuzung nähert. Als Pilotprojekt wurden die Warnlichter an zwei Kreuzungen in der Stadt zwischen Fahrstreifen und Straßenbahnschienen verankert.

„Es ist im Grunde eine banale Technologie. In den Asphalt wird ein Loch gebohrt und die LED-Lichter eingelassen, sodass kein Wasser dazu kommt“, erklärt Johannes Yezbeck, der den Pilotversuch der Wiener Linien betreute. Per Datenfunk schalten sich die Lichter dann ein, unmittelbar bevor die Straßenbahn die heikle Stelle passiert. Nach Angaben der Wiener Linien kostet eine Lichterreihe rund 20.000 Euro.

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Wiener Linien
In der Brünner Straße sind die LED-Lichter im Einsatz

Testgebiete in Hernals und Floridsdorf

Getestet werden die LED-Lichter seit fast drei Jahren im Kreuzungsbereich Jörgerstraße/Müglendergasse in Hernals. Auch in der Brünner Straße in Floridsdorf sind sie im Testbetrieb. „Nach drei Jahren haben wir gesehen, dass sie sehr robust leuchten. In diesem Zeitraum haben wir nur einen Ausfall gehabt“, sagt Yezbek.

Die Testphase brachte noch weitere Erkenntnisse: „Wir sind drauf gekommen, dass die Lane Lights nur dann Sinn machen, wenn es immer dasselbe Unfallschema ist, also wenn es derselbe Abbiegevorgang mit Beteiligung der Straßenbahn aus derselben Richtung ist“, sagt Yezbek.

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In zwei Monaten sollen auch auf dem Margaretengürtel LED-Lichter folgen

Positive Bilanz: „Konnten Vorfälle reduzieren“

Nach dem Pilotversuch ziehen die Wiener Linien nun eine positive Bilanz: „Die Anzahl der Vorfälle konnte seit der Installation und der Inbetriebnahme von den Lane Lights deutlich reduziert werden. Teilweise sind diese Vorfälle sogar auf null zurückgegangen“, sagt Amann. Daher sollen in zwei Monaten auf dem Margartengürtel an der Ecke Arbeitergasse ebenso LED-Lichter installiert werden. Auch auf dem Franz-Josefs-Kai könnten bald Warnlichter aus dem Boden blinken. Die Gespräche dazu sollen laut Wiener Linien nächste Woche beginnen.

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