Registrierkasse vertreibt Wiener Taxler

Seit Anfang des Jahres gilt die Registrierkassenpflicht. Auch Taxifahrer müssen sie einhalten - das hat nun spürbare Auswirkungen auf die Branche. Seit September ist die Zahl der angemeldeten Taxis um mehr als 200 Autos gesunken.

Im Vergleich zu ländlicheren Gegenden gibt es in Wien besonders viele Abmeldungen, wie der Wiener Obmann der Fachgruppe Beförderungsgewerbe, Gökhan Keskin, gegenüber Radio Wien erklärte. Waren per 1. September 2015 in der Bundeshauptstadt noch 4.913 Taxis angemeldet, ist ihre Zahl mit Stand 1. Jänner auf 4.702 Taxis gesunken. Konkret sind damit um 211 Taxis weniger auf Wiens Straßen unterwegs.

Schild "Taxi" auf einem Taxifahrzeug
APA/Georg Hochmuth
Seit Einführung der Registrierkassenpflicht sinkt die Zahl der Wiener Taxis

Langfristig ein Fünftel weniger Taxis

Der Obmann des Fachverbandes PKW in der Wirtschaftskammer, Erwin Leitner, rechnet sogar mit einem Rückgang von rund 20 Prozent in den nächsten Jahren. Den Wiener Markt trifft es laut Leitner vor allem deshalb so stark, weil hier die Taxidichte besonders hoch ist - auch wenn man sich andere Hauptstädte ansieht. „Ich gehe davon aus, dass sich aufgrund der schärferen Kontrolle der Registrierkassen in Wien das Überangebot reduziert“, meinte er.

Dass die Branche nun gerade mit Einführung der Registrierkassenpflicht schrumpft, wollen weder Leitner noch Keskin nur auf die bisher ab und an eher „kreative Buchführung“ einzelner Lenker zurückführen. Immerhin hätten Taxler auch bisher schon alles genau abrechnen müssen, betonte Keskin. Auch wenn es vielleicht Einzelfälle gegeben habe, die es nicht mit jeder Fahrt ganz genau genommen hätten, wie der Wiener Innungschef zugesteht.

Grundsätzlich sei das Interesse am Beruf des Taxlers aber ungebrochen - vor allem die Zahl der selbstständigen Unternehmer mit nur einem einzigen Wagen und ohne weitere Angestellte würde derzeit steigen, so Keskin. Die Stadt setzt seit dem Sommer vor allem auf die Aufstockung von E-Taxis gesetzt - mehr dazu in Förderungen für E-Taxis und Taxischein.

Abrechnung per Taxameter oder App

Vielmehr sei es auch die Verwirrung bei der Umsetzung der neuen Richtlinie und die Anschaffungskosten der Registrierkasse, die den Taxlern zu schaffen machen. Denn die technischen Normen für die Taxis seien erst im November aus Brüssel zurückgekommen, klagt Keskin. Daher gebe es jetzt Engpässe bei der Versorgung mit den neuen Geräten.

Grundsätzlich haben die Taxifahrer unterschiedliche Möglichkeiten, die Registrierkassenpflicht zu erfüllen: Einerseits können sie ihre Fahrten direkt über den Taxameter abrechnen, andererseits eine App und einen Bluetooth-Drucker verwenden.

Links:

Werbung X