Döblinger Kehrtwende bei Parkpickerl

In Döbling wird es vorerst doch kein Parkpickerl geben. Die Verkehrskommission sprach sich gestern dagegen aus. Zu viele Fragen sind laut Bezirksvorsteher Adi Tiller (ÖVP) noch offen. Noch im Dezember klang das anders.

Es werde derzeit kein Antrag auf Parkraumbewirtschaftung gestellt, sagte Tiller am Tag nach der Abstimmung in der Döblinger Verkehrskommission - auch gegenüber „Heute“. ÖVP, FPÖ und Neos stimmten gegen eine Einführung des Parkpickerls, SPÖ und Grüne dafür. Er unterstütze die Entscheidungen der demokratischen Organe des Bezirks voll, sagte Tiller. Es fehle derzeit eben an praktikablen Lösungen für den Bezirk. Es seien noch weitere Informationen notwendig. Wenn es dann noch Unklarheiten gebe, sollen die Bürger befragt werden, so Tiller. Diese Befragung werde schon vorbereitet.

Tiller hatte im vergangenen Dezember die Einführung des Parkpickerls für Döbling im September 2016 als vorstellbar bezeichnet. Das gehe nicht anders, wenn alle Bezirke rundherum Parkraumbewirtschaftung betreiben würden - mehr dazu in Auch Döbling will das Parkpickerl (wien.ORF.at; 28.12.2015).

Tiller: Grüne Zonen statt Parkpickerl

Nun sagte Tiller, generell sei das System der Parkraumbewirtschaftung, so wie es derzeit gesetzlich geregelt ist, für den 19. Bezirk nicht geeignet. Er könne sich für seinen Bezirk aber „Grüne Zonen“ vorstellen, also Zonen, die nicht flächendeckend, sondern nur dort im Bezirk definiert würden, wo sie auch wirklich notwendig wären. Diese Zonen hätten auch den Vorteil, dass sie nicht nur Anrainer benützen könnten, sondern auch Menschen, die in der Gegend arbeiten.

Tiller will mit anderen Bezirken im Süden und Westen Wiens reden, die ebenfalls an solchen „Grünen Zonen“ interessiert sein könnten. Allerdings müsste dafür ein Landesgesetz beschlossen werden, wie es überall in Österreich mit Ausnahme von Wien und dem Burgenland bereits geschehen sei.

SPÖ spricht von „Umfaller“ Tillers

Der SPÖ dauert die Angelegenheit zu lange. Bezirksvorsteher Tiller schiebe wichtige politische Entscheidungen auf die lange Bank, sagte der stellvertretende Bezirksvorsteher Anton Mandl (SPÖ). Tiller folge damit dem Beispiel Karl Homoles in Währing, der abgewählt worden sei, weil er es nicht geschafft habe, eine Entscheidung zu treffen. Wenn Döbling nicht im Verkehrschaos versinken soll, müsse Tiller sich jetzt für das Parkpickerl entscheiden.

Mandl bemängelte auch, dass Tiller noch vor Kurzem verkündet hatte, dass Döbling das Parkpickerl brauche: „Was sind die Aussagen des Bezirksvorstehers noch wert, wenn er sich nicht einmal in seiner eigenen Partei durchsetzen kann?“

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