Herrengasse: Anrainer bezahlen Begegnungszone

Die Herrengasse in der Innenstadt wird noch heuer zur Begegnungszone, ganz nach dem Vorbild der Mariahilfer Straße. Zwei Jahre dauerten die Planung dafür. Die Kosten von rund sechs Millionen Euro zahlen die Anrainer.

Die Eigentümer der Liegenschaften in der Herrengasse werden die Neugestaltung der Gasse bezahlen, erklärte Wolfgang Spitzy, Initiator und Sprecher der „Initiative Herrengasse +“, ein Zusammenschluss der Liegenschaftseigentümer. „Entsprechend der Front der Häuser wird eine Quote errechnet, und die Summe, die das Projekt ausmachen wird, wird dann aufgeteilt“, so Spitzy im Interview mit „Wien heute“. Die Eigentümer hätten sich dazu auch bereits vertraglich verpflichtet.

So soll die neue Herrengasse aussehen:

Insgesamt kommen die Eigentümer für rund 5,5 Millionen Euro auf. Lediglich die Kosten für die Erneuerung der Wasserversorgung werden von der MA 31 übernommen - 480.000 Euro. Unter den zehn bis 15 Eigentümern befindet sich auch das Innenministerium. „Ich möchte mich bei den Privatinvestoren bedanken, die durch ihr Engagement ganz wesentlich dazu beitragen, dass unsere Stadt schöner wird“, so Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou (Grüne) am Mittwoch in einer Aussendung.

Natursteine und Beton als Straßenbelag

Die Herrengasse soll auf ihrer kompletten Länge von 430 Metern neu gestaltet werden, zusätzlich der Bereich Fahnengasse/Wallnerstraße mit rund 120 Metern Länge, hieß es in Vassilakous Aussendung weiter. Bis auf den Bereich der Bushaltestelle beim Michaelerplatz wird die Gasse in Zukunft überall gleich hoch sein, als Belag kommen Beton und Natursteine zum Einsatz. Die historische Beleuchtung wird durch LED-Technologie modernisiert.

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Die Herrengasse wird komplett zur Begegnungszone

„Die Autos dürfen die Herrengasse weiter befahren, die Fiaker dürfen die Herrengasse weiterhin befahren - aber für die Fußgänger ändert sich Entscheidendes: Sie haben viel mehr Platz“, so Vassilakou im Interview mit „Wien heute“. Auch Radfahrer dürfen weiterhin in beide Richtungen unterwegs sein. Die Geschwindigkeit wird für alle durch die Begegnungszone jedoch auf 20 km/h begrenzt.

Langer Abstimmungsprozess mit Wiener Linien

Nicht geändert werden auch die Ladezonen und Vorfahrtsflächen - und die Route der Linienbusse. Mit den Wiener Linien habe es dazu einen sehr langen Abstimmungsprozess gegeben, so Vassilakou. Der Bereich, wo der Bus fährt, werde durch einen Kontrastbelag erkennbar sein. Die Bauarbeiten beginnen Ende April oder Anfang Mai. Der Straßenbelag wird zwischen Mai und November neu gestaltet.

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Maria Vassilakou und Wolfgang Spitzy stellen die Pläne vor

City-Bezirksvorsteher Markus Figl (ÖVP) zeigte sich per Aussendung erfreut über die künftige Begegnungszone und sparte nicht mit Dank an Vassilakou. Er wünscht sich aber, dass die wegfallenden Parkplätze - etwas mehr als 20 an der Zahl - kompensiert werden. Außerdem seien Anrainer und Wirtschaftstreibende nicht rechtzeitig informiert worden, was nachgeholt werden müsse. Das sei aber inzwischen zugesagt worden.

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