Griss für Wohnsitzpflicht für Flüchtlinge

Bundespräsidentschaftskandidatin Irmgard Griss hat sich im „Wien Heute“-Interview für eine Wohnsitzpflicht für Flüchtlinge ausgesprochen. „Die soll und darf es geben“, sagte Griss, die eine gerechtere Flüchtlingsverteilung forderte.

Es bringe laut Griss nichts, wenn „man Flüchtlinge irgendwo in der Einschicht ansiedelt, weil sie dort gar nicht bleiben wollen und auch nicht können, weil sie dort keine Beschäftigungsmöglichkeiten haben. Deshalb ziehen Städte sie natürlich an.“ Sie würde als Bundespräsidentin jedenfalls an alle österreichischen Gemeinden appellieren, Flüchtlinge aufzunehmen, sagte Griss im Gespräch mit ORF-Wien-Chefredakteur Paul Tesarek. Derzeit trägt Wien österreichweit die Hauptlast in der Flüchtlingskrise.

„Viele Menschen sind verunsichert“

Griss sprach sich deshalb für eine Residenzpflicht für Flüchtlinge aus. „Aber, was wollen wir mit diesen Menschen? Das erste ist ein Unterbringen, dass sie ein Dach über dem Kopf haben, Essen haben und versorgt werden. Das zweite ist die Integration. Wenn es um die Integration geht, dann muss es dort eine Ausbildungs-, Bildungs-, und Beschäftigungsmöglichkeit geben.“

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Die Kandidaten im Interview

Bundespräsidentschaftskandidatin Irmgard Griss beim „Wien Heute“-Interview mit ORF-Wien-Chefredakteur Paul Tesarek.

Die Flüchtlingswelle sei laut der ehemaligen OGH-Richterin eine große Herausforderung für Wien, die „viele Menschen verunsichert. Wie geht es weiter mit den Sozialleistungen?“ Schon jetzt gäbe es „Stadtviertel in Wien, in denen die Bevölkerung sehr stark von Zuwanderern dominiert wird und das macht manchen Leuten Angst.“

Griss: „Aufholbedarf gegenüber Mitbewerbern“

Selbstkritische Töne kamen ebenfalls von der 69-jährigen Politik-Quereinsteigerin. „Ich bin bei weitem nicht so bekannt wie meine Mitbewerber. Daher ist es logisch, dass ich da einen Aufholbedarf habe. Die Zeit ist ja relativ kurz, das ist schwierig. Ich komme nicht aus der Politik und das ruft natürlich bei vielen Menschen die Befürchtung hervor, ob ich überhaupt geeignet bin. Das ist absolut nachvollziehbar.“

Sie sei jedenfalls nicht leicht in eine Schublade zu stecken. „Ich vertrete Positionen die links der Mitte sind, wie meine gesellschaftspolitischen Ansichten. Ich bin für die Homo-Ehe. Ich bin auf der anderen Seite dafür, dass es Eigenverantwortung gibt. Dass Menschen in die Lage versetzt werden, selber ihr Leben in die Hand zu nehmen.“

Griss wohnt in Graz, ein Umzug nach Wien würde bei einer erfolgreichen Wahl zur Bundespräsidentin trotzdem nicht notwendig sein. „Ich habe eine Wohnung im ersten Bezirk und die würde ich weiterhin nutzen.“

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