Wien Spitzenreiter bei Privatinsolvenzen

Die Privatinsolvenzen sind heuer im ersten Quartal zwar um knapp fünf Prozent gesunken. Wien ist aber nicht nur wegen seiner Einwohnerstärke am stärksten betroffen - fast sieben von 10.000 Erwachsenen sind insolvent.

Nach Bundesländern gab es in Niederösterreich, dem Burgenland, Oberösterreich, Salzburg und Tirol unterschiedliche Zuwächse. In allen anderen Bundesländern gab es Rückgänge in verschiedener Deutlichkeit, teilte der Gläubigerschutzverband Creditreform am Montag mit.

Wien trotz Rückgang am stärksten betroffen

Nachdem im Vorjahr die Privatinsolvenzen erstmals seit 2011 angestiegen waren, schlug das Pendel zum Jahresstart heuer wieder etwas zurück. Die Creditreform sagt aber, daraus sei noch kein Trend ablesbar. Insgesamt sind in Österreich etwas mehr als drei von 10.000 Erwachsenen laut Creditreform zahlungsunfähig bzw. überschuldet. Auch in absoluten Zahlen gab es die meisten Privatinsolvenzen im einwohnerstärksten Wien - trotz des Minus von fast zehn Prozent auf 908 Fälle in den ersten drei Monaten heuer.

Allerdings muss man sich auch einen Privatkonkurs, bei dem nur ein Teil der Schulden zurückgezahlt wird, leisten können. So muss etwa sichergestellt sein, dass die Kosten des Verfahrens sowie die allfälligen Kosten eines Masseverwalters und der Gläubigerschutzverbände gedeckt werden können. Wenn sich der Schuldner mit den Gläubigern nicht auf einen Zahlungsplan einigen kann, kommt es zu einem Abschöpfungsverfahren - der Schuldner muss für die nächsten sieben Jahre von seinem Existenzminimum leben, mindestens 10 Prozent der Schulden müssen bezahlt sein.

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