Mehr Kontrollen in Wiener Bädern

Nach der Vergewaltigung im Theresienbad im vergangenen Jahr haben die Wiener Bäder ein Sicherheitskonzept angekündigt. Nun liegt es vor: Geplant sind mehr Kontrollen und eine mehrsprachige Badeordnung.

Kurz vor Saisonstart ist das Sicherheitspaket der Wiener Bäder nun fertig. Es umfasst zehn Punkte: So soll es u.a. verstärkte Kontrollen und eigene Koordinatoren bei Zwischenfällen geben. Letztere werden „First Responder“ genannt. Rund 40 dieser Ansprechpartner wurden speziell geschult, um Konflikte zu deeskalieren bzw. richtig einzugreifen.

Wobei sich Badegäste in erster Linie weiterhin an die „herkömmlichen“ Bediensteten wenden sollen, wie ein Sprecher der MA 44 erklärte. Der „First Responder“ wickelt dann vielmehr den Einsatz ab und verständigt etwa Einsatzkräfte wie die Polizei. Auf eigenes Securitypersonal wurde hingegen verzichtet. Die Bademeister wurden bereits geschult - mehr dazu in Nach Vergewaltigung: Wien schult Bademeister.

Laaerbergbad
APA/Herbert Neubauer
In den Wiener Bädern wird nun stärker kontrolliert

Umkleiden und Sanitäranlagen im Fokus

Grund für das Sicherheitskonzept ist ein Vergewaltigungsfall im Theresienbad Ende 2015. Damals hatten die Wiener Bäder (MA 44) angekündigt, für die Sommersaison ein eigenes Sicherheitskonzept auszuarbeiten - mehr dazu in Bub in Hallenbad vergewaltigt: Täter geständig.

Sendungshinweis

„Wien heute“, 25.04.2016, 19 Uhr

Außerdem wird es verstärkte Kontrollen seitens der Bädermitarbeiter geben. Hier stehen vor allem Umkleidebereiche und Sanitäranlagen im Fokus. Außerdem wird an Personal, das an entlegeneren Orten, die nicht durch Videokameras eingesehen werden, unterwegs ist, ein kleines Gerät ausgegeben, mit dem man im Bedarfsfall stillen Alarm geben kann. Zudem wurde die Altersgrenze für Kinder ohne erwachsene Begleitperson von sieben auf acht Jahre hinaufgesetzt.

Badeordnung auch auf Arabisch oder Urdu

Spezielle Piktogramme, die Flüchtlinge wie in Salzburger Beckenanlagen über Verhaltensregeln informieren, wird es nicht geben. Allerdings werden die wichtigsten Punkte der Badeordnung u.a. auch auf Albanisch, Arabisch, Persisch und Urdu übersetzt. Schon länger bekannt ist, dass die Bäderbediensteten eigene Schulungen durch die Polizei und die Kinder- und Jugendanwaltschaft erhalten hat, um verdächtige Situationen schneller erkennen und so sexuelle Übergriffe besser vermeiden zu können.

„Es muss bewusst sein, dass eine lückenlose Überwachung und eine garantierte Sicherheit für alle im Bad befindlichen Personen nie möglich sein wird“, räumte Bäderchef Hubert Teubenbacher ein. Man appelliere auch an die Zivilcourage aller Badegäste. Was das Sicherheitspaket kostet, konnte man heute noch nicht sagen. Die heurige Freibadsaison in Wien wird voraussichtlich am 2. Mai beginnen.

Links:

Werbung X