BP-Wahl: Kuriose Sprengelergebnisse

Alexander Van der Bellen konnte Wien für sich entscheiden, die stärksten Ergebnisse erreichte er jedoch nicht innerhalb des Gürtels, sondern in Ottakring. Norbert Hofer kam bei den Briefwahlstimmen überraschend nur auf Platz drei.

Das stärkste Ergebnis erreichte Alexander Van der Bellen überraschenderweise nicht im siebenten Bezirk, in dem er mit 53 Prozent klarer Sieger wurde - mehr dazu in Bezirksergebnisse: Wien ist gespalten. Mit 62,83 Prozent stimmten die Bewohner rund um den Yppenplatz in Ottakring für den grün-unabhängigen Kandidaten.

Der aus Sicht Van der Bellens stärkste Sprengel aus dem grünen Kernbezirk Neubau kommt überhaupt erst auf Platz fünf, hinter drei Sprengeln aus der Leopoldstadt. Der ehemalige Grünen-Chef kam in 109 Sprengeln auf mehr als die Hälfte der Stimmen.

Ergebnis Wien Bundespräsidentschaft
ORF
In 18 Bezirken hatte Van der Bellen die Nase vorne, in fünf Norbert Hofer

FPÖ-Kandidat Norbert Hofer holte sein bestes Ergebnis im Sprengel 44 in Ottakring, in der Polizeisiedlung. Dort erreichte er 64,81 Prozent der Stimmen und damit ungefähr das gleiche Ergebnis wie die FPÖ bei der Wien-Wahl 2015 – mehr dazu in 65 Prozent für FPÖ in Polizeisiedlung. Die stärksten Bezirks-Ergebnisse schaffte er jedoch in Favoriten, Simmering, Floridsdorf und Donaustadt.

Khol in Krankenhäusern am stärksten

Bei der Bundespräsidentschaftswahl konnten die Wiener in 1.504 Wahllokalen ihre Stimmen abgeben. Neben den „klassischen“ Wahlsprengeln, die sich durch die Hauptmeldeadresse an einem Stichtag bestimmt, gab es auch Krankenhaussprengel. Für die Wahlkarten wurde pro Bezirk ein „imaginärer“ Sprengel geschaffen.

Hinweis:

Patienten in Krankenhäusern haben die Möglichkeit mit Wahlkarte vor einer mobilen Wahlkommission zu wählen. Daher gibt es in den Krankenhaussprengeln offiziell keine Wahlberechtigten.

Der in Wien klar geschlagene Kandidat der ÖVP, Andreas Khol, erreichte in zwei dieser Krankenhaussprengel seine besten Ergebnisse. Im St. Carolus-Altersheim in der Gentzgasse in Währing erreichte er 47,73 Prozent der Stimmen – bei 45 abgegebenen Stimmen entschieden sich immerhin 21 Bewohner für den vormaligen Chef des Seniorenbunds.

Auch sein zweitstärkstes Ergebnis (43,18 Prozent) erreichte er in einer Pflegeeinrichtung, dem Herz-Jesu-Krankenhaus im dritten Bezirk. Den höchsten Prozentsatz in einem „klassischen“ Sprengel erreichte er in Favoriten mit 21,95 Prozent.

Auch Richard Lugner holte sein bestes Ergebnis in einem Krankenhaussprengel: 11,43 Prozent im Krankenhaus Floridsdorf, in dem Hofer und Van der Bellen jeweils 25,71 Prozent der gültigen Stimmen erreichten. Allerdings waren dort auch 20,45 Prozent der Stimmen ungültig. Das beste Ergebnis in einem regulären Wahllokal gelang Lugner jedoch im Bezirk seines Einkaufszentrums. Im Wahllokal in der Kröllgasse stimmten 7,27 Prozent für den Bauunternehmer. Stimmstärkster Kandidat war er nirgends.

Hofer bei Wahlkarten nur Dritter

Die unabhängige Irmgard Griss holte ihr bestes Ergebnis mit 40,47 Prozent im Nobelbezirk Döbling. Auch in den übrigen Bezirken im Westen Wiens konnte die ehemalige Präsidentin des Obersten Gerichtshofes durchwegs starke Ergebnisse erlangen. Ergebnisse, an die der SPÖ-Kandidat Rudolf Hundstorfer nirgendwo herankam. Mit 33,27 Prozent erreichte er in einem Wahllokal in Liesing sein bestes Wien-Ergebnis. Auch wenn es sich hierbei um ein Pensionisten-Wohnhaus handelte, war es jedoch ein „klassisches“ Wahllokal.

Die Möglichkeit per Wahlkarte abzustimmen, nahmen 130.491 Wiener wahr. Aus den „imaginären“ Wahllokalen kamen die Ergebnisse am Montag. Die Briefwahlstimmen halfen vor allem Alexander Van der Bellen. In 20 Bezirken stimmten die meisten Briefwähler für ihn. Hofer konnte nur in Favoriten, Simmering und Floridsdorf mehr Stimmen als sein Konkurrent holen. Insgesamt lag Hofer jedoch etwa 600 Stimmen hinter Griss auf dem dritten Platz.

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