Pläne für neue U5 und U2 fixiert

Die finalen Trassen der neuen U-Bahn-Linie U5 und der verlängerten U2 stehen fest, schon jetzt gibt es 3-D-Bilder der neuen Stationen. Ab Mai sollen dann auch die Anrainer entlang der Linien in das Projekt einbezogen werden.

Die U5 soll ab 2023 zwischen Karlsplatz und Altem AKH verkehren. Parallel wird die U2 vom Rathaus nach Süden verlängert. Die Neubaustrecke soll dann bis zum Wienerberg führen. Heute wurden die finalen Trassen von den Stadträtinnen Maria Vassilakou (Grüne) und Ulli Sima (SPÖ) präsentiert. Künftig gehe es etwa „ohne Umsteigen in weniger als sechs Minuten vom Rathaus zum Matzleinsdorfer Platz“, sagte Sima. Die Investitionssumme für die erste, 2018 beginnende Bauphase beträgt 950 Mio. Euro. 2023 soll die U5 dann unterwegs sein.

Ausstellung und Infoaktionen

Schon jetzt zeigen 3-D-Visualisierungen die künftigen Stationen. Ab Mitte Mai sollen mit der Ausstellung „Wien! In Arbeit ...“ in der Wiener Planungswerkstatt auch Anrainer in das Projekt einbezogen werden. Experten der zuständigen MA 18 und der Wiener Linien stehen dort für Gespräche zur Verfügung. Zudem sind Infoaktionen in verschiedenen Bezirken geplant. In der künftigen U5-Station Volkstheater wird unter dem Titel „Forum Volkstheater“ zusätzlich ein Besucherzentrum entstehen, in dem es um Bau und Planung des Linienkreuzes gehen wird.

Probebohrungen erfolgreich

Spannend wird es etwa in der Station Neubaugasse: Hier soll nicht nur die U2 in einer Tiefe von rund 37 Metern die U3 queren, sondern nach der Station Stephansplatz auch die zweitmeistfrequentierte Station im Wiener U-Bahn-Netz entstehen. Die neuen Stationen Frankhplatz und Rathaus werden laut Wiener Linien die Fahrgastfrequenz der Station Schottentor um etwa ein Drittel reduzieren und diesen Umsteigeknoten auch ohne bauliche Maßnahmen deutlich entlasten.

Schon jetzt haben die Wiener Linien 46 Probebohrungen durchgeführt. Diese hätten die erwarteten Ergebnisse gebracht, Überraschungen dürfte es nicht geben. Bis Ende Oktober werden noch 63 weitere Bohrungen zur Detailanalyse durchgeführt.

Züge fahren vollautomatisch

Bis Freitag läuft außerdem die Frist für Unternehmen, um Vorschläge für die neuen Züge zu liefern. Gleich zwei Firmen wollen die neuen U-Bahnen für die Wiener Linien bauen: Siemens und Bombardier bewerben sich für die bis zu 45 Züge - mehr dazu in Siemens vs. Bombardier bei neuen U-Bahnen. Als Vorgabe galt, dass die Züge vollautomatisch fahren. Dafür werden auf den Bahnsteigen in den Stationen Türen angebracht - mehr dazu in Neue U5 fährt vollautomatisch und in U5: Design der Stationen präsentiert.

Die Trassenplanungen für die Verlängerung der U2 und die neue U5 machten Probebohrungen in der Stadt notwendig, konkret in den Bezirken Alsergrund, Mariahilf und Favoriten. Diese laufen seit März und werden voraussichtlich bis zum Herbst abgeschlossen sein - mehr dazu in Probebohrungen für U-Bahn-Ausbau.

Routen U2 und U5
Gerald Kovacic
Der bisherige Plan

Arbeiten auch an der U4

Demnächst wird in Wien ein weiteres großes U-Bahn-Projekt umgesetzt. Die Sanierung der U-Bahn-Linie U4 stellt die Fahrgäste ab 30. April vor eine große Geduldsprobe. Ab dann muss ein Teilstück für gut vier Monate komplett gesperrt werden. Es gibt einen Schienenersatzverkehr mit Bussen - mehr dazu in U4-Sanierung: Teilsperre ab 30. April.

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