U4-Teilsperre: Längere Staus als erwartet

Am ersten Tag des Inkrafttretens der Teilsperre der U-Bahn-Linie U4 sind die befürchteten Staus nicht ausgeblieben. Die Verkehrsbeeinträchtigung fiel am Samstag sogar viel deutlicher aus als erwartet, berichtete der ÖAMTC.

Samstagvormittag reichte die Blechschlange in Fahrtrichtung stadtauswärts über die Schlossallee hinaus bzw. bis zum Schloss Schönbrunn zurück. „Es gibt bereits erste Staus - und das in einem für Samstagvormittag heftigen Ausmaß“, sagte ÖAMTC-Sprecher Harald Lasser. „Es ist zu befürchten, dass der Stau an ‚normalen‘ Tagen, etwa zu Wochenbeginn, noch wesentlich weiter zurückreichen wird, wahrscheinlich bis zur Winckelmannstraße“, so die Einschätzung des Verkehrsexperten.

Akribische Polizeikontrollen

Schuld daran ist der Umstand, dass für den Ersatzverkehr mit Bussen, die im Dreiminutentakt verkehren, die bisherige Spur zum Linksabbiegen von der Hadikgasse bis in den Bereich Kennedybrücke für den übrigen Verkehr gesperrt werden musste. Das kontrollierte die Polizei am Samstag auch akribisch.

Grafik zur Teilsperre der U4
Grafik: APA/ORF.at; Quelle: APA/Wiener Linien
Sperre von Hütteldorf bis Hietzing bzw. ab 2. Juli bis Schönbrunn

Übrig sind über den größten Teil der Strecke nur mehr zwei Spuren, ganz rechts für geradeaus und rechts abbiegende Fahrzeuge und eine zweite für geradeaus und Linksabbieger. Dadurch entstanden auf einer Hauptverbindung nach Hietzing und zum Schloss sowie Tiergarten Schönbrunn ein Nadelöhr - mehr dazu in U4 neu: Spur in Westausfahrt gesperrt. Stadteinwärts gab es im betroffenen Bereich vorerst keine Probleme.

„Wir können aufgrund der örtlichen Gegebenheiten keine Ausweichstrecke empfehlen“, sagte Lasser. Der ÖAMTC habe bereits „zig Anfragen“ aus der Bevölkerung registriert. „Wenn es geht, sollten Lenker großräumig ausweichen und in irgendeiner Form die öffentlichen Verkehrsmittel nützen“, so Lasser. Die Wiener Linien empfehlen, auf andere „Öffis“ umzusteigen, beispielsweise auf die Schnellbahnlinien S45, S50 und S80 und auf die Straßenbahnlinien 49, 52 und 58 - mehr dazu in U4-Sanierung: Start der Infooffensive.

Wiener Linien: „Keine Staus“

Die Wiener Linien versicherten am Samstag, die Teilsperre der U4 habe keinerlei Staus verursacht. „Es hat gegen 9.25 Uhr einen kleinen Unfall gegeben, danach gab es zehn Minuten lang Stau“, sagte Sprecher Answer Lang. Einen Zusammenhang mit den Sanierungsmaßnahmen an der U4 sah er nicht. Der Straßenverkehr verlaufe problemlos.

Bildergalerie: Start der U4-Bauarbeiten in der Nacht auf Samstag

„Wenige Minuten nach dem letzten Zug sind die Bauarbeiten zur U4-Sperre heute in den frühen Nachtstunden angelaufen“, berichtete Wiener-Linien-Sprecher Dominik Gries in einer Aussendung. Bis zu 70 Wiener-Linien-Mitarbeiter würden Fahrgäste über Ersatzrouten informieren. „Die ersten Stunden zeigen ein relativ entspanntes Bild: Die allermeisten Fahrgäste sind gut von der Sperre informiert, der Ersatzverkehr auf den Straßenbahnlinien läuft normal. Lediglich ein Verkehrsunfall auf der Hadikgasse führte kurzzeitig zu Staus für die Autofahrer“, so Gries.

Die Teilsperre der U4 wird vier Monate dauern und betrifft den Abschnitt zwischen der Endstation Hütteldorf und der Station Hietzing. Grund sind Sanierungsarbeiten am Westast der grünen Linie - mehr dazu in U4-Sanierung: Teilsperre ab 30. April. Rund 57.000 Fahrgäste sind laut Schätzungen der Wiener Linien täglich von der Sperre betroffen. Um Chaos möglichst zu vermeiden, wurde für den Zeitraum der Teilsperre ein Schienenersatzverkehr mit Bussen eingerichtet.

Unklarheit über Unfall

Lasser lagen zunächst keine Berichte über einen Unfall vor. „Offenbar hat ein Pkw ein Fahrzeug der Wiener Linien touchiert. Es dürfte einen Auffahrunfall gegeben haben, der die Lage zusätzlich verschärft hat“, sagte er und sah „diesen Linksabbieger als das Problem“ an. Er betonte im Gespräch mit der APA, dass für die U4-Sanierung die verkehrsverträglichste Lösung gefunden worden sei. „Die Behinderungen aber gibt es. Es ist kein Megastau, die Verzögerungen sind einmal mehr und einmal weniger.“

Auch die Pressestelle der Polizei konnte vorerst nichts über den Unfall berichten. Bei kleineren Vorfällen mit reinem Sachschaden werde aber auch nicht zwangsläufig die Polizei eingeschaltet, sagte Sprecher Patrick Maierhofer.

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