U4-Teilsperre: Stauchaos ausgeblieben

Am ersten Arbeitstag der Teilsperre der U-Bahn-Linie U4 ist das befürchtete Stauchaos ausgeblieben. Vonseiten des ÖAMTC hieß es: „In Summe ist vorerst das große Chaos ausgeblieben.“

Voll gestopfte Ersatzbusse und ein befürchtetes Verkehrschaos blieben aus. Die Fahrgäste auf dem betroffenen Abschnitt zwischen der Endstation Hütteldorf und der Station Hietzing fanden sich Montag früh mithilfe der Hinweisschilder gut zurecht und wichen vor allem auf die Schnell-und Straßenbahnen aus.

Info-Offensive der Wiener Linien

Auch Mitarbeiter der Wiener Linien waren ausgeschwärmt, um bei Fragen mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Der Zusatzbus U4Z, der bei sämtlichen gesperrten Stationen hielt, verkehrte im Drei-Minuten-Takt und war durch die dichten Intervalle teilweise sogar kaum gefüllt.

U4 Zusatzbus U4Z
ORF
Der U4-Zusatzbus

Unter den Fahrgästen gab es dennoch vereinzelt verärgerte Reaktionen über den längeren Arbeitsweg: „Es ist schon umständlicher für mich“, sagte eine Frau. Ein Mann, der den Weg in die Arbeit nun zu Fuß statt mit der U-Bahn zurücklegt, verstand nicht, warum die Sperre so lange dauert. „Es wurde früh genug kommuniziert, ich habe kein Problem damit. Es muss eben sein“, zeigte eine andere Frau dagegen Verständnis.

„Wir haben in den letzten zwei Wochen alle Register gezogen, um die Fahrgäste zu erreichen und zu schauen, dass niemand unangenehm überrascht wird von der U4-Sperre“, sagte Wiener-Linien-Sprecher Dominik Gries. Der Verkehr auf den Ersatzrouten funktioniere gut, versicherte er. Viele Pendler würden in der Schnellbahn sitzen bleiben und bis zum Westbahnhof bzw. Hauptbahnhof weiterfahren, viele auch auf Straßenbahnen ausweichen.

Grafik zur Teilsperre der U4
Grafik: APA/ORF.at; Quelle: APA/Wiener Linien
Sperre von Hütteldorf bis Hietzing bzw. ab 2. Juli bis Schönbrunn

Straßenbahn-Intervalle verkürzt

Mit den Zusatzbussen, die verständlicherweise die U-Bahn nicht ersetzen können, wie der Sprecher weiters betonte, und den verstärkten Intervallen der Straßenbahnen habe man jedoch 64.000 zusätzliche Plätze geschaffen. „Klar ist, so etwas braucht immer ein paar Tage, um sich einzuspielen. So eine Baustelle ist immer auch eine Einschränkung für die Fahrgäste“, sagte der Sprecher und kündigte auch an: „Wir werden schauen, ob es noch Details gibt, die wir optimieren können, damit es ganz perfekt läuft.“

Für manche Fahrgäste könnten die Intervalle kürzer sein, allerdings „ist es halb so schlimm, der Bus kommt jedes Mal“, sagte eine Frau beim Bahnhof Hütteldorf gegenüber „Radio Wien“. Die Wiener Linien empfehlen jedenfalls, auf andere Öffis umzusteigen - beispielsweise auf die Schnellbahnlinien S45, S50 und S80 oder auf die Straßenbahnlinien 49, 52 und 58, die in dichteren Intervallen fahren - mehr dazu in U4-Sanierung: Start der Infooffensive.

Abendverkehr als Knackpunkt

Auch auf der Straße hielten sich die Beeinträchtigungen in Grenzen. Zwischen sieben und neun Uhr habe es zwar von der Kennedybrücke in Hietzing bis Meidling gestaut - derzeit gebe es aber keine Staus, informierte ein ÖAMTC-Sprecher. „Prekärer wird es am Abend“, befürchtete er. Es sei jedoch der erste Arbeitstag, die Leute müssten sich erst an die neue Situation gewöhnen.

Bildergalerie: Start der U4-Bauarbeiten in der Nacht auf Samstag

Die Teilsperre der U4 wird vier Monate dauern. Ab 2. Juli wird die Sperre noch um eine Haltestelle erweitert. Dann kommt man mit der U-Bahn Richtung Hütteldorf nur noch bis Schönbrunn. Pünktlich zum Schulbeginn am 5. September sollen die Züge schließlich wieder auf der gesamten Strecke fahren. Grund für die Maßnahme sind Sanierungsarbeiten am West-Ast der grünen Linie - mehr dazu in U4-Sanierung: Teilsperre ab 30. April.

Stau am Samstag

Deutlich umfangreichere Staus gab es auf der Strecke hingegen am Samstag. Am ersten Tag des Inkrafttretens der Teilsperre fiel die Verkehrsbeeinträchtigung deutlicher aus als erwartet, berichtete der ÖAMTC - mehr dazu in U4-Teilsperre: Längere Staus als erwartet. Der Verkehrsclub gab der Sperre einer Fahrspur stadtauswärts die Schuld daran. Die Fahrspur ist derzeit für die Ersatzbusse reserviert, die im Dreiminutentakt verkehren. Die bisherige Spur zum Linksabbiegen von der Hadikgasse bis in den Bereich Kennedybrücke ist deshalb für den übrigen Verkehr gesperrt worden.

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