Wien als Endstation für Schuldner

Rund 7.000 neue Kunden hat die Schuldnerberatung Wien im Vorjahr registriert. Die Pro-Kopf-Verschuldung ist enorm und liegt in Wien im Durchschnitt bei rund 65.000 Euro. Auffallend ist der Zusammenhang mit dem Bildungsniveau.

Arbeitslos und meist nur einem Pflichtschulabschluss: Die neue Statistik der Schuldnerberatung zeigt, wer 2015 am häufigsten finanziell keinen Ausweg mehr gefunden hat. 7.000 neue Kunden im Vorjahr, fast 10.000 Menschen in Betreuung: Mehr als jeder zweite, der Hilfe sucht, hat schon länger keine Arbeit mehr. Viele haben sich in die Selbstständigkeit geflüchtet und sind erst recht gescheitert.

Besonders auffallend in der Statistik ist das Bildungsniveau. Alexander Maly von der Schuldnerberatung Wien: „Das heißt, die ganz breite Basis hat eine ganz schlechte Ausbildung bzw.Schulbildung, eine ganz schlechte Pflichtschule, maximal Lehre.“

Oft bleibt weniger als das Existenzminimum

Die anonyme Großstadt Wien wird oft zur Endstation. Maly: „Wenn ich in einer kleinen Gemeinde lebe, wo ich jeden Tag schief angeschauft werde, dass ich so einer bin, dann bleibt vielen nur die Flucht in die Stadt.“

TV-Hinweis:

„Wien heute“, 4.5.2016, 19.00 Uhr, ORF 2 und danach in tvthek.ORF.at

Doch zum Leben bleibt wenig, vielen Schuldnern nicht einmal das Existenzminimum von 872 Euro im Monat. Mit dieser Summe geht sich auch kein Privatkonkurs aus. Die Schuldnerberatung fordert deshalb zum wiederholten Mal in den letzten Jahren eine Reform des Insolvenzrechts.

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