Schanigärten im Winter: Chancen schwinden

Soll in Wien die Wintersperre für Schanigärten aufgehoben werden? Noch ist das nicht entschieden, Befürworter haben nun einen Rückschlag erlitten: Denn eine Umfrage der Stadt sieht diese Variante nicht als Favoriten.

Stattdessen wird mehrheitlich für eine abgespeckte Form der Open-Air-Gastronomie im Winter plädiert. Diese „Minimalvariante“ würde im Dezember, Jänner und Februar das Aufstellen einiger Stehtische erlauben - ohne Sitzgelegenheiten und Service. Außerhalb der Öffnungszeiten müssen diese Tische weggeräumt werden.

Schanigärten auch im November noch gut besucht
ORF
Am 19. Mai findet nun ein Runder Tisch in Sachen Schanigärten statt

Die Stadt befragte unter anderem die Bezirke, die Wirtschaftskammer, den Tourismusverband und andere involvierte Institutionen. Die Beteiligung sei sehr umfassend gewesen, teilte das Büro der zuständigen Wirtschaftsstadträtin Renate Brauner (SPÖ) am Mittwoch mit. So hätten alle Bezirke eine Antwort geschickt bzw. angekündigt, dies noch zu tun. Auch die betroffenen Fachgruppen der Wirtschaftskammer, die Arbeiterkammer bzw. andere relevante Dienststellen und stadtnahe Unternehmen wie die Wiener Linien und dem Wien-Tourismus äußerten sich.

Kein akzeptabler Vorschlag für ersten Bezirk dabei

Im Fragebogen konnten vier priorisierte Varianten angekreuzt werden - mehr dazu in Schanigärten: Wintersperre wird gelockert. Nicht alle Teilnehmer entschieden sich für eine davon - etwa der erste Bezirk, der gegen alle vorgeschlagenen Optionen ist, wie ein Sprecher von Bezirksvorsteher Markus Figl (ÖVP) gegenüber der APA bekräftigte.

Kleine Tische am Gehsteig, die am Abend wieder weggeräumt werden müssen, könnten aber zumindest „Teil einer bezirksspezifischen Lösung“ sein, hieß es. Kritisiert wird die in den von der Stadt vorgeschlagenen Varianten vorgesehene Möglichkeit, Außenheizungen anzubringen.

Von den Bezirken, die für eine konkrete Variante votierten, entschied sich die Mehrheit (sechs Nennungen, Anm.) für Stehtische im Winter - knapp gefolgt von der ganzjährigen Öffnungserlaubnis für „normale“ Schanigärten mit fünf Vertretern. Auch die diversen stadtnahen Player bevorzugen im Winter mehrheitlich die Stehpartie, gefolgt von Tischen an der Hausmauer. Ganzjahresschanigärten landeten mit der ebenfalls zur Auswahl stehenden Ausdehnung der Saison auf Februar hier nur auf den hinteren Plätzen.

Ergebnis als Grundlage für Runden Tisch

Lediglich die Wirtschaftskammer sprach sich klar für eine Aufhebung der jahreszeitlichen Beschränkung aus. Was nicht überrascht, sind doch die Wiener Gastronomen gemäß einer Kammerbefragung mehrheitlich für einen Winterbetrieb - mehr dazu in Schanigarten: Mehrheit für Ganzjahresöffnung. Ablehnend hat sich hier zuletzt wiederum die Arbeiterkammer gezeigt - die eine „Saisonpause“ für Anrainer forderte.

Die nun gesammelten Meinungen sind laut Rathaus Grundlage für die Diskussion beim angekündigten Runden Tisch. Dieser wurde für den 19. Mai angesetzt. Bis Sommer soll dann ein Gesetzesentwurf ausgearbeitet werden. Der Beschluss ist für Ende September anvisiert.

Gemeinsame Lösung „nicht einfach“

Schanigärten-Stadträtin Renate Brauner zeigte sich über die „zahlreichen ausführlichen und konstruktiven Rückmeldungen“ erfreut: „Das zeigt aus unserer Sicht, dass grundsätzlich alle Beteiligten darum bemüht sind, eine gemeinsame Lösung bei der seit vielen Jahren diskutierten Winteröffnungsfrage zu finden“, befand sie.

Das Ergebnis zeige aber auch weiter den Interessenskonflikt zwischen den Anrainern und jenen, die gerne in Schanigärten sitzen bzw. den Vertretern der Gastronomie auf: „Eine gemeinsame Lösung zu finden, wird daher nicht einfach sein. Wir sind uns aber sicher, dass wir in konstruktiver Art und Weise gemeinsam zu einer Verbesserung kommen können.“

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