Häupl steht „voll hinter Kern“

Auch wenn es erst am Dienstag offiziell wird: Die SPÖ ist für Christian Kern als Nachfolger von Werner Faymann. „Eine sehr gute Entscheidung“, so Wiens Bürgermeister Michael Häupl im „Wien heute“-Interview.

Es sei nicht seine Aufgabe gewesen, seinen persönlichen Wunschkandidaten zu nominieren. Er sei vom Bundesparteivorstand beauftragt gewesen, einen tauglichen, möglichst auch einstimmigen Personalvorschlag für die Wahl des Bundesparteivorsitzenden zu erstatten. Diese Aufgabe habe ich erfüllt", so Häupl im „Wien heute“-Interview mit ORF-Wien-Chefredakteur Paul Tesarek.

Michael Häupl
ORF
Michael Häupl (r.) und Paul Tesarek

Mit Gerhard Zeiler verbinde ihn eine tiefe Freundschaft, aber das sei kein Kriterium bei einer derartigen Entscheidung. Gegen Zeiler und für Kern habe gesprochen, dass Zeiler viel im Ausland war, während Kern als ÖBB-Chef hier mit den Entscheidungsträgern viel zu tun hatte - diese Bekanntheit habe den Unterschied ausgemacht.

Auf die Frage, ob die derzeitige Wiener Stadträtin Sonja Wehsely Ministerin in einem neuen Kabinett Kern werden könnte, antwortete Häupl knapp: „Ich kann die Frage nicht entscheiden, denn ich entscheide nicht über das Team. Ich entscheide über das Team der Stadträte in Wien, jedenfalls von denen der Sozialdemokratie“, so Häupl.

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Bürgermeister Michael Häupl im Interview:

In „Wien heute“ begründete Häupl die Entscheidung für Kern und nahm unter anderem auch zur Position Sonja Wehselys Stellung.

„Entscheidung ist gefallen“

Schon am Freitagvormittag hatte Häupl festgestellt, dass die Entscheidung über die Faymann-Nachfolge gefällt sei. Er gehe davon aus, dass sich die SPÖ-Vertreter bei ihrem Treffen am Freitag für Kern als neuen Parteichef und Bundeskanzler aussprechen werden - was sie dann auch taten - mehr dazu in news.ORF.at.

Christian Kern als ÖBB-Vorstandschef im April 2016
APA/Hans Klaus Techt
Christian Kern als ÖBB-Vorstandschef im April 2016

„Ausgezeichnetes Verhältnis“ zu Kern

Die Auswahl der Regierungsmannschaft sei nun Angelegenheit des neuen Parteichefs, „selbstverständlich“ habe dieser freie Hand dabei, meinte Häupl auch dazu, dass ihm eventuell Wehsely als Stadträtin abhandenkommen könnte. Sein Verhältnis zum bisherigen ÖBB-Chef beschrieb Häupl als „ausgezeichnet, friktionsfrei“. So habe man etwa sachlich „sehr gut“ zusammengearbeitet, verwies er etwa auf Investitionen der ÖBB in Wien.

TV-Hinweis:

Häupl war am Freitag in „Wien heute“ zu Gast im Studio: 19.00 Uhr, ORF2 und danach in tvthek.ORF.at.

Vom neuen Parteivorsitzenden erwartet er, dass er die verschiedenen Gruppierungen in der Partei zusammenführt, sodass alle an einem Strang - und „in dieselbe Richtung“ ziehen. Alle zusammen müssen bestimmte Themenfelder diskutieren. Aber „wenn man will“, sei auch in der Flüchtlingsfrage ein gemeinsamer Standpunkt „unschwer“. Wichtig seien zudem das Wirtschaftswachstum und der Arbeitsmarkt, betonte Häupl weiters.

„Zeiler bei Jungen nicht mehr so bekannt“

Angesprochen auf Zeiler, der als Häupls Wunschkandidat gehandelt wurde, meinte der Bürgermeister, das sei ihm nachgesagt worden. Er sei mit Zeiler wie mit Kern sehr gut befreundet, nehme aber zur Kenntnis, dass er durch seine jobbedingten Abwesenheiten vor allem bei den Jungen nicht mehr so bekannt sei.

Ja, Zeiler sei ein guter Freund, es gehe aber nun nicht um seine eigene Befindlichkeit, so Häupl auf die Frage, ob er enttäuscht sei, dass nun nicht Zeiler, sondern Kern Parteichef werden soll. Zeiler habe sich in den vergangenen Tagen „ausgezeichnet“ verhalten, meinte Häupl außerdem.

Häupl begrüßt „Kriterienkatalog zur FPÖ“

Was die Position der Partei zur FPÖ betrifft, begrüßt Häupl den Vorschlag seines Kärntner Amtskollegen Peter Kaiser für einen Kriterienkatalog für Koalitionen. Wenn das der Ausweg sein könnte, werde er sich dieser Diskussion nicht verschließen.

Die Landesparteichefs der anderen Länder hatten sich im Gegensatz zur Wiener Landesgruppe bereits in den vergangenen Tagen für Kern als Vorsitzenden ausgesprochen. Häupl begründete das am Freitag damit, dass er die formalen Abläufe einhalte. Seine Aufgabe sei es gewesen, einen tauglichen Vorschlag für den Bundesparteivorstand zu finden und nicht frühzeitig mit seiner persönlichen Meinung Journalisten zu bedienen, stellte er fest - mehr dazu in news.ORF.at.

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