U4-Baustelle: Lkw-Verkehr in Geisterstationen

Die Linie U4 ist seit zwei Wochen zwischen Hütteldorf und Hietzing wegen Sanierung gesperrt. 10.000 Meter Gleise wurden im Bereich der „Geisterstationen“ bereits abgetragen. Auf der U-Bahn-Strecke fahren inzwischen Lkw statt Züge.

Die U4-Station Braunschweiggasse ist wegen der U4-Modernisierung derzeit eine „Geisterstation“. Derzeit wird dort der Gleisschotter entfernt. Damit die Lkw zu- und abfahren können, wurde dort, wo vorher Gleise waren, nun eine neue asphaltierte Straße gebaut. Sie soll bereits im Juli wieder abgetragen werden. Denn dann wird die Baustelle bis zur U4-Station Schönbrunn ausweitet.

Schienen werden ausgetauscht

Rund 10.000 Meter Gleise wurden im U4-Baustellenabschnitt bereits abgetragen. Die Gleise wurden in 15-Meter-Teile geschnitten und mit Lkw auf einen Lagerplatz im Bereich Auhof gebracht. Dort werden die Schienen ausgetauscht. „Das heißt, die alte Schiene von den Schwellen getrennt, es werden neue Schienen mit den alten wieder verbunden, die dann in weiterer Folge wieder eingebaut werden“, so Michael Zeman, Ombudsmann der Wiener Linien bei der U4-Modernisierung, gegenüber „Wien heute“.

Intensiv gearbeitet wird derzeit auch im Streckenabschnitt zwischen Hütteldorf und Ober St. Veit. Dort werden während der Ober- und Unterbausanierung die alten Otto-Wagner-Gewölbe auf einem Abschnitt von rund hundert Metern freigelegt. Sie bekommen eine neue Abdichtung, damit die Räumlichkeiten darunter dauerhaft vor Feuchtigkeit geschützt werden können.

Ersatzverkehr ab Juli „schwieriger“

Während auf den Baustellen gearbeitet wird, müssen die Fahrgäste auf andere Routen ausweichen. Die Pendler stellten sich bereits auf längere Wegzeiten und auf den Ersatzverkehr ein. Hilfe in der Station Hütteldorf brauchen derzeit hauptsächlich noch Touristen, sagen die Wiener-Linien-Servicemitarbeiter.

U4-Sperre: Fahrgäste haben sich eingestellt

Die Fahrgäste kommen laut Wiener Linien mit dem Ersatzverkehr gut zurecht. Beliebter als der Ersatzbus ist jedoch die S-Bahn.

Unter den Erwartungen wird der Zusatzbus U4Z von den Fahrgästen angenommen. „Man sieht, es sind durchaus Menschen, die den Bus brauchen und verwenden. Aber für die meisten ist eine andere Alternative, zum Beispiel in der S-Bahn sitzen zu bleiben, eine bessere Variante“, so Wiener Linien-Sprecher Dominik Gries.

Obwohl in den vergangenen Tagen noch bei Details nachgebessert wurde, sind die Wiener Linien mit ihrem Ersatzverkehr-Konzept derzeit zufrieden. Gries: „Es wird mit Juli sicher noch einmal schwieriger: Hietzing ist ein großer Verkehrsknotenpunkt, den wir dann von der U4 trennen müssen. Da laufen die Vorbereitungen auf die Informationsoffensive. Gleichzeitig sind wir in den Sommerferien. Das heißt, es gibt deutlich weniger Verkehr und Fahrgäste.“

Grafik zur Teilsperre der U4
Grafik: APA/ORF.at; Quelle: APA/Wiener Linien

Stauchaos ausgeblieben

Zu Verzögerungen im Autoverkehr kommt es zeitweise bei der Westeinfahrt vor der Kennedybrücke, da dort eine Fahrspur weniger zur Verfügung steht. Ansonsten hätten sich auch die Autofahrer laut ÖAMTC auf die U4-Baustelle inzwischen eingestellt - mehr dazu in U4-Teilsperre: Stauchaos ausgeblieben.

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