Protest gegen Projekt Siemens-Äcker

Die so genannten Siemens-Äcker in Floridsdorf sollen verbaut werden. Auf einer Fläche von 8,2 Hektar Grund sollen mehr als 1.100 Wohnungen entstehen. Eine Bürgerinitiative findet das Projekt zu groß dimensioniert.

Das Areal liegt zwischen Heinrich-von-Buol-Gasse, Steinheilgasse und Leopoldine-Padaurek-Straße. Geplant sind unter anderem drei 35 Meter hohe Gebäude. Nicht nur die mehr als 1.100 Wohnungen sollen entstehen, sondern auch neue Geschäfte, Straßen und ein Kindergarten. Die Planungen befinden sich in der Endphase, im Sommer soll die Flächenwidmung aufgelegt werden.

Siemensäcker
ORF
Geplantes Projekt auf Siemens-Äckern stößt auf Widerstand.

Projekt ist nicht überall willkommen

Der Bezirk bewertet das Projekt als Erfolg: „Ich glaube, wir brauchen neuen Wohnraum in der Stadt. Mir ist es wichtig, dass wir infrastrukturtechnisch einiges für das Gebiet zusammenbringen. So wird die Autobuslinie durch das Gebiet fahren“, so Bezirksvorsteher Georg Papai (SPÖ). Außerdem würde auch ein etwa 12.000 Quadratmeter großer Park entstehen, der öffentlich zugänglich wäre.

Für die Anliegen der Bürgerinitiative äußerte Papai Verständnis. Es sei natürlich so, wenn neuer Wohnraum entsteht, dass bestehende Anrainer versuchen, ihre Interessen durchzusetzen oder zu sagen, dass hier keine neuen Wohnungen entstehen sollen. Bei dem seit etwa zwei Jahre laufenden Projekt Siemens-Äcker seien die Anrainer schon früh eingebunden gewesen. Es gehe ihnen vor allem um die Höhe einzelner Gebäude und die gesamte Anzahl der Wohnungen, so Papai.

Bebauung der Siemens-Äcker rückt näher

Trotz aller Proteste wird es mit dem großen Wohnprojekt auf den Siemens-Äckern in Floridsdorf ernst. Die Bebauungspläne sind fertig.

Bürgerinitiative hat Anwalt engagiert

Das Projekt sei zu groß dimensioniert, sagte dann auch der Sprecher der Bürgerinitiative, Helmut Sommerer: „Wir sind ein Siedlungsgebiet mit einer Bauklasse eins, und da will man mindestens Bauklasse sechs mit 35 Metern. Das passt nicht in unser Siedlungsgebiet. Wir sind ein alteingesessenes Siedlungsgebiet, das passt nicht hierher.“

Als angepasst an das Siedlungsbild würde die Bürgerinitiative höchstens Bauklasse vier empfinden, das wären 21 Meter oder sieben Stockwerke. Allerdings fürchten die Anrainer auch Belastungen durch Lärm und Verkehr, die durch das geplante Projekt begründet würden. Um ihre Forderungen durchzusetzen, hat die Bürgerinitiative einen Anwalt eingeschaltet. Sommerer kündigte an, notfalls bis zum Europäischen Gerichtshof zu gehen: „Man will über uns drüberfahren, keine unserer Forderungen wird erfüllt.“

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