Nach langem Streit: Barockjuwel wird saniert

Das barocke Haus am Bauernmarkt 1 hat eine lange Geschichte hinter sich. Jahrelang haben Altmieter und Eigentümer gestritten. Nach vielen Klagen wird das Haus jetzt saniert. Auch das Dach wird ausgebaut.

Im Jahr 2001 wurde das Haus von der Stadt verkauft, im Jahr 2004 sollen noch 22 unbefristete Mieter in den Wohnungen gelebt haben. Jetzt ist es nur noch ein Altmieter, der in dem Haus mit einem alten Mietvertrag lebt. Mittlerweile sind laut Information der Grünen sechs Räumungsklagen anhängig. Für sie ist klar, dass man den Mann aus dem Haus haben will. Das Bauvorhaben des Immobilienunternehmens besteht seit mehreren Jahren – mehr dazu in Grüne für „Exempel“ gegen Spekulanten und Mieterschikane: Eigentümer wehrt sich.

Denkmalgeschützter Dachstuhl abgetragen

Mittlerweile ist das Haus eingerüstet und ein Teil des Dachstuhls abgetragen. Doch gerade beim Dachstuhl gibt es erneut Konfliktpotential. Dieser steht – wie das gesamte Haus – unter Denkmalschutz. Auch von der Magistratsabteilung 37, der Baupolizei, wurde eine Baubewilligung erteilt, in der die Beibelassung des Dachstuhls festgehalten war.

Bauernmarkt 1
ORF

Nur ein Teil des Daches darf ausgebaut werden

Doch das Bundesdenkmalamt (BDA) Wien stellte dem Eigentümer einen gültigen Bescheid aus, jedoch noch zur Zeit der vorletzten Vorgängerin des derzeitigen Leiters Friedrich Dahm, wie dieser erklärt: „Heutzutage würde es so einen Bescheid nicht mehr geben.“ In Verhandlungen mit dem Eigentümer hätte man zumindest erreicht, dass nur ein Teil des Dachstuhls umgebaut wird.

Dabei handelt es sich um jenen flacheren Teil, der direkt am Bauernmarkt liegt. Der steilere Teil am Bauernmarkt sowie jener in der Freisingergasse bleiben unberührt. Mitarbeiter der Baupolizei machten sich auf der Baustelle ein Bild und konnten dabei keine Verstöße gegen die Baugenehmigung entdecken.

Geschäfte, Restaurants und Museum geplant

Die Eigentümergruppe versichert, die geschützten Teile des Dachstuhls „im Sinne des Weltkulturerbes“ zu sichern. Man werde sämtliche Auflagen des Bundesdenkmalamts „mit Punkt und Beistrich“ erfüllen, heißt es in einer schriftlichen Stellungnahme. Die erforderliche Neuplanung habe das Projekt verlängert und Mehrkosten verursacht, so die Projektbetreiber weiter.

Nicht nur das Dachgeschoß wird ausgebaut, alle anderen „mietfreien“ Flächen des Hauses werden ebenfalls saniert, heißt es. Im Erdgeschoß plant Lenikus Geschäftslokale, Gastronomie und Ausstellungsräume. Dort sollen Werke aus der Sammlung Lenikus und auch andere Ausstellungen zu sehen sein.

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