Ausbau der Wiener S-Bahn fixiert

Die Wiener S-Bahn wird ausgebaut. Die Verbindungsbahn zwischen Meidling und Hütteldorf erhält zwei neue Stationen, ausgebaut wird auch der Marchegger Ast. Die Stadt Wien und ÖBB unterzeichneten dazu eine Vereinbarung.

Stranzenbergbrücke und Hietzinger Hauptstraße - so sollen die neuen Stationen auf der Verbindungsbahn heißen, zudem wird die Haltestelle Speising umgebaut. Die Strecke wird künftig außerdem überall zweigleisig geführt, eingleisige Abschnitte werden erweitert.

Auch Marchegger Ast wird zweigleisig und mit Stationsneubauten - Hirschstetten und Aspern Nord - versehen. Letztendlich, so rechnete ÖBB-Chef Andreas Matthä vor, soll die Strecke von Aspern nach Hütteldorf in nur 30 Minuten zurückgelegt werden können.

Baustart für 2020 geplant

Neben Matthä präsentierten die Pläne am Dienstag Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ), Verkehrsminister Jörg Leichtfried (SPÖ), Finanzstadträtin Renate Brauner (SPÖ) und Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou (Grüne). Bis 2025 werden 450 Mio. Euro in das Projekt fließen, 70 Mio. Euro davon kommen aus Wien.

Der Beginn der Vorarbeiten an der Verbindungsbahn ist für 2020 anvisiert, die Finalisierung für 2025. Die Arbeiten am Marchegger Ast sollen bereits 2023 abgeschlossen sein. Der Ausbau der S-Bahn war bereits seit Längerem diskutiert worden - mehr dazu in Konkrete Pläne für Verbindungsbahn und in Süd-West-Verbindungsbahn lässt auf sich warten.

Verbindungsbahn: Züge künftig alle 15 Minuten

Möglich wird der Ausbau der Verbindungsbahn nicht zuletzt dadurch, dass Fern- und Güterzüge inzwischen unterirdisch - durch den Lainzer Tunnel - gen Westen bzw. in Richtung Hauptbahnhof brausen. Auch Eisenbahnkreuzungen verschwinden: Neue Unterführungen sollen den Anrainern das Leben erleichtern. Künftig müssten sie bei Bahnübergängen nämlich noch länger warten. Denn die Taktfrequenz der Schnellbahn wird von einer Stunde auf eine Viertelstunde reduziert, wie Leichtfried ausführte.

Auch am Marchegger Ast werden Eisenbahnkreuzungen aufgelöst - Contiweg und Hirschstettner Straße - und durch Unterführungen ersetzt. Auf der Strecke zwischen Aspern und Hütteldorf werden die S-Bahnen dann übrigens sämtliche Wiener U-Bahn-Linien antreffen - auch die künftige U5.

Einigung auch in Sachen Nordbahnhof

Sämtliche Beteiligten warben heute für einen Umstieg auf die öffentlichen Verkehrsmittel. „Es lohnt sich allemal“, versicherte Häupl. Man spare Nerven und letztendlich auch Geld, gab er zu bedenken. Bedarf für Investitionen sieht Minister Leichtfried auch außerhalb der Stadt - etwa auf der Südstrecke: „Deshalb bauen wir ja auch den Semmeringtunnel.“

Eine Einigung wurde nicht nur im Bereich Mobilität erzielt, sondern auch in Sachen Immobilien. Gemeinsam werden Stadt und ÖBB etwa die Aufschließung des neuen Stadtentwicklungsgebiets Nordbahnhof finanzieren. Noch heuer soll auf dem Areal die Baufeldfreimachung für das Projekt „Wohnallee mit Bildungscampus“ erfolgen. Rund 750 Wohnungen und eine Schule werden dort errichtet.

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