Belvedere: Bestellungsprozess ausgesetzt

Der Bestellungsprozess für die neue Geschäftsführung des Belvedere wird ausgesetzt - nach Compliance-Vorwürfen gegen die amtierende Geschäftsführung, so Kuratoriumsvorsitzender Hans Wehsely in einer Aussendung.

Eigentlich sollte die neue Geschäftsführung für das Belvedere bereits im Mai veröffentlicht werden, soll die neue Doppelspitze doch mit 1. Jänner 2017 ihr Amt antreten. Am Dienstag gab Hans Wehsely nun als Kuratoriumschef des Museums via Aussendung bekannt, dass der Bestellungsprozess ausgesetzt wird - nach Compliance-Vorwürfen gegen die amtierende Geschäftsführung.

Im März hatte die seit 2007 amtierende Belvedere-Direktorin Agnes Husslein-Arco bekannt gegeben, dass sie und ihre Prokuristin Ulrike Gruber-Mikulcik sich für die beiden Posten beworben hätten. So wird erstmals eine eigene kaufmännische Leitung für das Haus gesucht, für die zehn Bewerbungen eingegangen waren. Für das wissenschaftliche Pendant hatten sich neun Bewerber interessiert.

Belvedere-Direktorin Agnes Husslein-Arco
APA/Georg Hochmuth
Agnes Husslein ist seit 2007 Direktorin der Österreichischen Galerie Belvedere

Vorwürfe richten sich nicht gegen Agnes Husslein

„Im Zuge des Bestellungsprozesses der neuen Geschäftsführung der Österreichischen Galerie Belvedere wurden Compliance-Vorwürfe gegen die Geschäftsführung und leitende Angestellte bekannt“, beschied nun allerdings Wehsely in einer Aussendung. Er hält jedoch ausdrücklich fest, dass sich die Vorwürfe nicht gegen Direktorin Agnes Husslein richten. Worum es sich bei den Vorwürfen genau handelt ist vorerst nicht bekannt.

Der Vorsitzende des Kuratoriums des Museums sitzt auch in jener Findungskommission, welche die Entscheidung von Kulturminister Thomas Drozda (SPÖ) vorbereiten soll. Neben Wehsely finden sich darin noch die Leiterin der Kunst- und Kultursektion im Bundeskanzleramt, Andrea Ecker, die Künstlerin Eva Schlegel, der Direktor des Museums Ludwig in Köln, Yilmaz Dziewior, sowie der Geschäftsführer der Bundestheater-Holding, Christian Kircher.

Sonderprüfer soll Vorwürfe lückenlos aufklären

Man habe nun unmittelbar eine Sonderprüfung bei einem externen Wirtschaftsprüfer beauftragt um die Vorwürfe lückenlos aufzuklären, heißt es weiter. Das entsprechende Gutachten der Sonderprüfung „soll so rasch als möglich vorliegen“.

Bis dahin werde der Bestellungsprozess ausgesetzt, bestätigte man auch im Kulturministerium gegenüber der APA das Vorgehen und betonte, vollinhaltlich hinter der Entscheidung zu stehen, die Vorwürfe durch eine externe Stelle klären zu lassen.

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