Zielpunkt: Sozialplan für Lagermitarbeiter

Für 209 frühere Mitarbeiter des Logistik-Zentrums der Handelskette Zielpunkt in Wien-Liesing ist nun ein Sozialplan abgeschlossen worden. Nach dem Zielpunkt-Konkurs ist die Causa damit arbeitsrechtlich abgeschlossen.

Laut Angaben der Gewerkschaft Vida hat das Arbeits- und Sozialgericht den Sozialplan für die ehemaligen Mitarbeiter des Pfeiffer-Logistik-Zentrums bestätigt. Bis Ende Juli sollen alle Betroffenen ihren Anteil erhalten, keiner der Beschäftigten bekommt weniger als 1.000 Euro. Im März hatte die Gewerkschaft den Pfeiffer-Konzern noch wegen schleppender Verhandlungen kritisiert - mehr dazu in Zielpunkt-Pleite: Streit über Sozialplan (wien.ORF.at; 13.5.2016).

Sozialplan Zielpunkt fixiert

Auch die 209 Wiener Lager-Mitarbeiter von Zielpunkt bekommen nun einen Sozialplan und Geld.

Laut Vida hat die Geschäftsführung ursprünglich 1,8 Millionen Euro für den Sozialplan angeboten. Die Gewerkschaft und die Betriebsräte konnten diese Summe in den Verhandlungen auf etwa 2,1 Millionen Euro verbessern, wie Andreas Gollner, zuständiger Fachsekretär für den Bereich Dienstleistungen bei Vida, gegenüber Radio Wien bilanzierte: „Es ist doch deutlich mehr Geld für die Beschäftigten herausgekommen, als ursprünglich angeboten wurde.“

Logistikzentrum Zielpunkt
ORF
Für die früheren Mitarbeiter des Logistik-Zentrums gibt es nun einen Sozialplan

Soziale Komponenten berücksichtigt

Zudem würde der Plan viele soziale Komponenten berücksichtigen, so Gollner, „etwa Personen mit minderjährigen Kindern, Alleinerzieher oder für Menschen mit Behinderung, die es schwieriger haben, einen Arbeitsplatz zu finden“. Die Pfeiffer Gruppe hat in ihrem Internet eine Jobplattform eingerichtet, die bis zum Jahresende aktiv ist.

Das Pfeiffer-Logistik-Zentrum in Wien war nicht direkt von der Zielpunkt-Pleite betroffen. Da das Lager aber nur Zielpunkt als Kunden hatte, hat es mit Schließen der letzten Zielpunkt-Filiale zugesperrt. „Pfeiffer Logistik selbst besteht weiter, es handelte sich um eine Teilbetriebsschließung“, so Gollner.

Die betroffenen 209 Mitarbeiter, die nun Geld sehen, sind großteils Lagerarbeiter (etwa 170 Personen). Der Rest sind Angestellte, sagte Gollner. „Viele haben Migrationshintergrund, sie waren teilweise sehr lang beschäftigt. Im Unterschied zu den Angestellten gibt es bei den Arbeitern im Handel nicht so eine hohe Fluktuation.“ Die meisten der 209 Personen stehen noch immer ohne Job da. Bis Ende Juli sollen alle Betroffenen ihren Anteil aus dem Sozialplan überwiesen bekommen.

1.285 Zielpunkt-Mitarbeiter in Wien betroffen

Damit ist das Kapitel Zielpunkt zumindest aus arbeitsrechtlicher Sicht abgeschlossen. Die Filialmitarbeiter bekamen ihre Ansprüche aus dem Insolvenz-Entgeltfonds bereits abgegolten. Ehemalige Zielpunkt-Mitarbeiter zählen zur größten Gläubigergruppe - mehr dazu in Zielpunkt-Gläubiger wollen 98 Millionen (wien.ORF.at; 25.2.2016).

Im November 2015 hat die Pfeiffer-Gruppe die jahrelang Verluste schreibende Handelskette in den Konkurs geschickt, weil sie die 60 Mio. Euro, die zur Sanierung nötig gewesen wäre, nicht aufbringen konnte. Die Insolvenz der Handelskette Zielpunkt war im Vorjahr in Österreich nach der Zahl der Mitarbeiter die größte Pleite. Insgesamt 2.700 Beschäftigte in 229 Filialen verloren ihren Job, 1.285 Personen waren in Wien betroffen - mehr dazu in Zielpunkt-Pleite betrifft 1.285 Mitarbeiter in Wien (wien.ORF.at; 26.11.2015)

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