Demonstrationen von Türkei aus organisiert?

Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) hat den türkischen Botschafter zu sich zitiert. Thema waren unter anderem auch die Demonstrationen am Wochenende in Wien. Sie sollen von der Türkei aus gesteuert worden sein.

Außenminister Kurz bekräftigt seine Kritik an den Pro-Erdogan-Demos. Diese seien „alles andere als lobenswert“, wies Kurz am Donnerstag Aussagen des türkischen Botschafters Hasan Gögüs zurück. „Wer sich in der türkischen Innenpolitik engagieren will, dem steht es frei, unser Land zu verlassen“, sagte der Minister in einem Telefoninterview aus Washington - mehr dazu in Kurz fordert Loyalität Türkischstämmiger (news.ORF.at).

Verfassungsschutz hat Ermittlungen aufgenommen

Inzwischen ermittelt auch der Verfassungsschutz. Denn bei den unangemeldeten Demonstrationen ist ein kurdisches Lokal auf der Mariahilfer Straße demoliert worden. Außerdem sollen verbotene Flaggen und Symbole gezeigt worden sein. Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ) will die Demos heute ebenfalls thematisieren - und zwar bei seinem Gespräch mit Vertretern der Islamischen Glaubensgemeinschaft.

Kritik kommt auch von Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ). Er spricht sich für Demonstrationsfreiheit aber gegen Gewalt bei Kundgebungen aus. Randale müssen sanktioniert werden. „Wer Gewalt sät, wird Gewalt ernten“, meinte Häupl im „Wien heute“-Interview. „Was bei der letzten Demonstration gegen ein kurdisches Lokal stattgefunden hat, geht nicht in unserem Land - unmöglich - mehr dazu in Häupl-Kritik an Gewalt bei Erdogan-Demo. Neben Politikern aller Parteien äußerte sich auch ATIB, der größte religiöse Verband von Türken in Österreich, kritisch - mehr dazu in Kritik an Erdogan-Demo wächst.

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