Kinder über Gleise: Entlassungen fix

Die Entlassung von drei Wiener Volksschullehrerinnen ist nun fix. Sie hatten bei einem Ausflug 83 Kinder über Zugsgleise gelotst, obwohl die Schranken geschlossen waren. Bei einer vierten Lehrerin steht noch ein Disziplinarverfahren an.

Diese Entlassungen seien am Dienstag schriftlich ausgesprochen und den Betroffenen zugestellt worden, bestätigte ein Sprecher des Stadtschulrats am Mittwoch. Dass die Pädagoginnen ihren Job verlieren werden, hatte der Stadtschulrat bereits nach Bekanntwerden des Vorfalls angekündigt - mehr dazu in Kinder über Gleise gelotst: Lehrerinnen entlassen.

Personalvertretung sieht Entlassungen kritisch

Ausständig war noch die gesetzmäßig vorgesehene Stellungnahme der Personalvertretung. Diese sei am Montag eingelangt und durchaus kritisch in Sachen Entlassung ausgefallen. Man habe aber letztlich keine andere Handhabe gehabt, mit der Sache umzugehen, begründete der Sprecher die Entscheidung. Den Betroffenen bleibt allerdings die Möglichkeit, die Entlassung über den Rechtsweg zu beeinspruchen.

Bahnübergang Leobendorf
APA/Herbert Pfarrhofer
83 Kinder wurden bei geschlossenen Schranken über die Gleise gelotst

Offen ist noch, ob auch die vierte Lehrerin, die bei dem Vorfall in Leobendorf (Bezirk Korneuburg) ebenfalls dabei war, ihren Job verliert. Sie hat ein Beamtendienstverhältnis und muss sich einem Disziplinarverfahren stellen. Laut Stadtschulrat wird dieses wohl gegen Ende August anlaufen.

Anzeigen wegen Gemeingefährdung

Der Vorfall Ende Juni hatte für großes Aufsehen gesorgt. 83 Kinder sollen bei einem Schulausflug trotz geschlossener Bahnschranken über die Schienen geführt worden sein, um den Zug nach Wien nicht zu versäumen. Wenig später soll ein Regionalzug den Bahnhof ohne Halten durchfahren haben - mehr dazu in Schüler über Gleise: Lehrerinnen geben Vorfall zu (noe.ORF.at). Zu den dienstrechtlichen könnten auch strafrechtliche Konsequenzen kommen: Die vier Lehrerinnen sowie sieben Begleitpersonen wurden wegen fahrlässiger Gemeingefährdung angezeigt.

Prekär an der Sache aus Schüler- bzw. Elternsicht ist, dass der betroffene Schulstandort aus nur wenigen Klassen besteht. Er ist eine Dependance einer in der Nähe gelegenen Volksschule. Durch die dienstrechtliche Maßnahme verliert er einen Großteil der Lehrkräfte. Seitens des Stadtschulrats hatte man bereits vor zwei Wochen beruhigt, dass die Schule nicht in Gefahr sei und die Lehrkräfte bis Schulbeginn im September nachbesetzt würden.

Leobendorf-Bahnübergang vor Umbau

Der betroffene Bahnübergang in Leobendorf soll unterdessen umgebaut werden. Schon seit einem Jahr arbeiten die Gemeinde und die ÖBB an einer Lösung, denn immer wieder würden Personen unter dem geschlossenen Schranken durchgehen und die Gleise überqueren, sagte Bürgermeisterin Magdalena Batoha (ÖVP). Angedacht wird nun eine Fußgängerunterführung, die Autos sollen nach wie vor über den Bahnübergang fahren. Mitte September soll die Lösung fixiert werden - mehr dazu in Leobendorf-Bahnübergang vor Umbau (noe.ORF.at).

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