Einkaufsstraßen: Weniger Passanten

In fast allen Wiener Einkaufsstraßen sind laut Zählung der Wirtschaftskammer die Passantenzahlen im vergangenen Jahr zurückgegangen. Auch auf der Mariahilfer Straße - das führt die Kammer auf den Umbau zurück.

Die seit 2012 jährlich im Oktober stattfindende Passantenmessung der Wirtschaftskammer Wien zeigt, dass in vier von fünf Zählbereichen die Passantenzahl nach dem Umbau teilweise deutlich zurückging. Im oberen Bereich der Mariahilfer Straße gar um 16,4 Prozent (Vergleich 2012 zu 2015). Und auch bei den tatsächlichen Einkäufern unter den Passanten gibt es einen deutlichen Rückgang um knapp 13 Prozent von 65,9 Prozent auf 53,2 Prozent.

Rückgänge auch bei anderen Straßen

Auch andere Wiener Einkaufsstraßen verbuchen Rückgänge. So wurden am Graben 2014 62.215 Passanten an einem Samstag gezählt, zwei Jahre davor waren es noch 67.963, das ist ein Rückgang von 8,5 Prozent. Ähnlich ist auch der Rückgang auf der Kärntner Straße. Auf der Landstraßer Hauptstraße haben sie je nach Höhe zwischen elf und 26 Prozent abgenommen. Auch auf der Meidlinger Hauptstraße haben die Passantenzahlen je nach Höhe zwischen elf und 21 Prozent abgenommen.

Einzig auf der Favoritenstraße gibt es ein Plus: Wurden 2012 noch 31.621 Passanten gezählt, waren es 2014 schon 36.483, das ist je nach Höhe ein Plus von zwölf bis 87 Prozent.

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Wirtschaftskammer Wien

Weniger zahlungskräftige Kunden

Die Händler an der umgebauten Mariahilfer Straße müssen ihr Sortiment umstellen, beklagt der Präsident der Wiener Wirtschaftskammer, Walter Ruck. Denn zahlungskräftige Kunden mit Auto bleiben aus. Hochpreisige Ware werde nicht mehr verkauft. Profitiert hätte hauptsächlich die Gastronomie.

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Wirtschaftskammer Wien

Forderung nach Querungsmöglichkeiten

Die Wirtschaftskammer nimmt den Passantenrückgang auf der Mariahilfer Straße - wenngleich es diesen auch in anderen Wiener Einkaufsstraßen gibt - neuerlich zum Anlass, zusätzliche Querungsmöglichkeiten sowie die rasche Umsetzung der Tourismuszone in der Mariahilfer Straße zu fordern.

In der Diskussion über die Sonntagsöffnung hat die Wirtschaftskammer per Studie erheben lassen, welche Bereiche als Tourismuszonen geeignet sind. Das Ergebnis: die City, die Innere Mariahilfer Straße und Schönbrunn. Als Kriterien für die Beurteilung wurden laut WKO unter anderem die Nächtigungsstatistik sowie die Dichte an Sehenswürdigkeiten herangezogen - mehr dazu in City, „Mahü“, Schönbrunn als Tourismuszonen?.

Vor einem Jahr ist die Umgestaltung der inneren Mariahilfer Straße zu einer Fußgänger- und zwei Begegnungszonen zu Ende gegangen. Die Vertreter der Verkehrsteilnehmer ziehen eine überwiegend positive Bilanz - mehr dazu in Positive Verkehrsbilanz für „Mahü“.

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