Kindergarten mit Marmorfliesen sperrte zu

Jener islamische Privatkindergarten, der mit einer Luxuseinrichtung aus Marmor für Wirbel gesorgt hat, hat zugesperrt. Es handelte sich dabei jedoch - entgegen Berichten von Medien - nicht um eine behördliche Schließung.

Die Zeitung „Die Presse“ hatte am Mittwoch berichtet, dass der Floridsdorfer Kindergarten von der Stadt Wien gesperrt worden wäre, unter anderem auch deshalb, weil dort immer wieder Koranunterricht stattgefunden habe. Das dafür zuständige Jugendamt der Stadt Wien dementierte gegenüber wien.ORF.at am Donnerstag eine solche behördliche Schließung. Man habe am 30. Juni eine Schließungsanzeige seitens des Betreibers erhalten, erklärte Herta Staffa vom Jugendamt.

Zahlreiche Mängel festgestellt

Möglicherweise wäre es allerdings in der Zukunft zu einer behördlichen Schließung gekommen. Bei Kontrollen habe man pädagogische und sicherheitstechnische Mängel festgestellt, so Staffa, zudem habe man bereits mehrfach kritisiert, dass die Kinder Koranunterricht erhielten. „Kinder sollen spielerisch und altersadäquat lernen. Und der klassische Unterricht, das heißt, das sture Auswendiglernen von Dingen, hat in einer Kleinkindpädagogik überhaupt nichts verloren“, erläuterte die Jugendamtssprecherin.

Zum Zeitpunkt der Schließung war laut Jugendamt gerade ein sogenanntes Widerrufsverfahren gegen den Kindergartenbetreiber gelaufen oder zumindest in Vorbereitung gewesen, der genaue Stand des Verfahrens war am Donnerstag nicht ausfindig zu machen. Dabei wird jedenfalls geprüft, ob dem Betreiber die Betriebsgenehmigung aufgrund von Mängeln entzogen wird. Werden die Mängel behoben, könne der Betrieb jedoch weiterlaufen, so Staffa.

Ende Juni Konkursverfahren eröffnet

Der unmittelbare Grund für die Schließung des Kindergartens dürfte gewesen sein, dass über den Betreiber ein Konkursverfahren eröffnet wurde, wie der Alpenländische Kreditorenverband am 24. Juni mitteilte. Die für die Förderung von Kindergarten zuständige MA 10 hatte die Zahlungen an den Betreiber zuvor eingestellt, weil dieser die Gelder zweckwidrig verwendet haben soll. So soll dieser damit Fliesen, Kamine und sogar Brunnen aus Marmor finanziert haben, auch eine Bibliothek soll in dem Kindergarten eingerichtet worden sein - mehr dazu in Ermittlung gegen Kindergarten-Träger.

Wo die Kinder, die den Kindergarten besucht hatten, nun seien, wisse man nicht, so Staffa. Es sei jedoch ein neuer Verein gegründet worden, der sich darum bemühe, den Kindergarten in Floridsdorf wieder zu öffnen.

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