Mehr Dachgeschoßwohnungen im Gemeindebau

Die Stadt Wien setzt vermehrt auf Dachausbauten im Gemeindebau. Bei aktuellen Gemeindebau-Sanierungen sollen 520 neue Dachgeschoßwohnungen errichtet werden. Der Bau der nächsten 72 startet in zwei Jahren.

„Damit werden Dachgeschoßwohnungen auch für Menschen leistbar, die über kein überdurchschnittliches Einkommen verfügen“, sagte Wohnbaustadtrat Michael Ludwig (SPÖ) am Freitag vor Journalisten. Insgesamt (inklusive Privathäuser) sieht Ludwig sogar ein Potenzial von 25.000 Wohneinheiten, die in Wiener Dachgeschoßen geschaffen werden könnten.

Dabei müsse allerdings auch das Stadtbild berücksichtigt werden, mahnte er. Ablehnend steht der Stadtrat allerdings weiterhin der Forderung gegenüber, den Dachausbau in Gemeindebauten aus der städtischen Hand zu geben. „Ich wehre mich ganz massiv dagegen, Dachgeschoßwohnungen mit gewerblichen Bauträgern errichten zu lassen“, sagte Ludwig. „Das wäre eine Privatisierung des Gemeindebaus über die Hintertür.“

Dachgeschoß nicht nur für Spitzenverdiener

„Normalerweise sind Dachgeschoßwohnungen nur für Spitzenverdiener vorgesehen“, sagte Ludwig bei einer Führung durch den derzeit in Sanierung befindlichen Goethe-Hof in der Donaustadt. „Wir bemühen uns, sie unter leistbaren Konditionen anzubieten.“ Dachgeschoßwohnungen hätten außerdem den Vorteil, dass sie dort geschaffen werden, wo es schon eine entsprechende Infrastruktur gebe.

Im 50 Stiegen umfassenden Goethe-Hof entstehen derzeit solcher 121 Apartments. Die Mieter solcher Dachgeschoßwohnungen müssen einen Finanzierungsbeitrag von 68 Euro pro Quadratmeter leisten, was bei einer Zwei- bis Dreizimmerwohnung rund 4.000 Euro ausmacht. Der monatliche Mietzins soll weiters voraussichtlich 8 bis 8,50 Euro brutto pro Quadratmeter betragen, hieß es.

Drei Viertel der Gemeindebau-Anlagen saniert

Im Rahmen der Instandsetzung des Gemeindebaus werden neben der thermischen Sanierung unter anderem 50 neue Aufzugsanlagen errichtet. Außerdem sind zwei Wohngemeinschaften im Dachgeschoß für betreutes Wohnen geplant. Das Investitionsvolumen beträgt 45 Millionen Euro, die Förderungen der Stadt Wien belaufen sich auf 28,7 Millionen Euro.

Bisher wurden rund drei Viertel der städtischen Gemeindebau-Anlagen saniert. Der Schwerpunkt des Sanierungsprogramms von Wiener Wohnen liegt auf thermischen Maßnahmen, was einerseits einen Beitrag zum Klimaschutz leiste und andererseits eine Entlastung der Mieter durch geringere Heizkosten bedeute, betonte Ludwig. Aktuell finden in 72 Wohnhausanlagen mit rund 13.000 Wohneinheiten Bauarbeiten statt. Bis Jahresende werden neun weitere Wohnhausanlagen dazu kommen.

Für 2017 seien 39 Projekte in Vorbereitung, wurde am Freitag weiters angekündigt. Die Investitionen für alle Sanierungsvorhaben belaufen sich auf knapp 800 Millionen Euro.

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