Novelle soll Airbnb & Co. regeln

Rund 8.000 Quartiere bieten private Vermieter über Plattformen wie etwa Airbnb in Wien an. Eine Novelle des Tourismusförderungsgesetzes soll den boomenden Tourismuszweig in geregelte Bahnen lenken.

Private Vermietung von Zimmern oder sogar ganzen Wohnungen via Internet boomt weltweit - auch in Wien. Via Internet werden inzwischen in der Stadt bis zu 8.000 Quartiere angeboten. Allein die größte Plattform Airbnb bietet fast 6.000 an. Um an die Daten der Vermieter heranzukommen, soll der Wiener Landtag am 30. September eine Novelle des Tourismusförderungsgesetzes beschließen.

Die Plattformbetreiber müssen dann die Vermietungsdaten an die Stadt weiterleiten. Der Grund dafür ist klar: Bisher haben viele Vermieter auf das Abführen der Ortstaxe verzichtet. Das soll mit der Novelle vermieden werden - mehr dazu in Neues Airbnb-Gesetz ab Herbst.

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Das Geschäft privater Vermieter boomt

350 Euro und mehr im Monat

Das Geschäft mit der Vermietung der eigenen vier Wände oder von eigens dafür angeschafften Wohnungen an Touristen boomt zwar, ist aber gar nicht so einfach, wie es auf den ersten Blick zu sein scheint. Viele Mietverträge etwa verbieten die Untervermietung. Gemeindewohnungen dürfen generell so nicht genutzt werden. Selbst bei Eigentumswohnungen ist für die Nutzung als Touristenwohnung vielfach die Zustimmung der Hausgemeinschaft nötig.

Dass etwaige Gewinne zu versteuern sind, versteht sich eigentlich von selbst. Das Ganze rechnet sich: Nach Berechnungen aus dem Jahr 2014 bleiben durchschnittlich pro Wohnung und Monat an die 350 Euro über. Bei Toplagen kann es durchaus das Zehnfache sein.

Stadt und Finanz ein Dorn im Auge

Dass private Unterkünfte, gebucht über internationale Internetplattformen, auch in Wien der Hotellerie Konkurrenz machen, und zudem nicht alle Privaten ihre Einnahmen versteuern, ließ den Ruf nach Reformen laut werden - mehr dazu in Airbnb: Stadt verschärft Regeln und in Stadt und Hotels gegen Airbnb und Couchsurfer.

Vor rund zwei Jahren wurde auch das Finanzministerium aktiv. Über ein Amtshilfeansuchen an die USA und an Irland, wo sich der Europasitz von Airbnb befindet, wurde versucht, an Daten über die Nächtigungsumsätze zu kommen. Das sollte auch bei privater Zimmervermittlung eine gleichmäßige Besteuerung sicherstellen - mehr dazu in Finanz will Daten der Airbnb-Vermieter.

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