Verzögerung bei Primärversorgungszentren

Die Primärversorgungszentren (PHC) sollen in Wien mit langen Öffnungszeiten vor allem die Spitalsambulanzen entlasten. Doch es kommt zu Verzögerungen, heißt es von der Wiener Gebietskrankenkasse.

Derzeit verhandeln die Stadt, die Wiener Gebietskrankenkasse (WGKK) und die Wiener Ärztekammer das sogenannte „Wiener Modell“. Dabei soll in einem ersten Schritt die Versorgung mit Allgemeinmedizinern in Wien neu aufgestellt werden - mehr dazu in Wien krempelt Hausarztmodell um. Hausärzte sollen künftig in Wien länger geöffnet und auch eine fixe Vertretung haben. Im September findet dazu eine neue Verhandlungsrunde statt.

Doch so lange es keine Einigung gibt, werden keine neuen Primärversorgungszentren eröffnet, sagt Ingrid Reischl, die Chefin der Wiener Gebietskrankenkasse. „Ich hätte es mir so nicht gewünscht, aber da steht die Ärztekammer auf der Bremse“, sagt Reischl gegenüber Radio Wien.

Ärztekammer weist Kritik scharf zurück

Die Wiener Ärztekammer weist die Kritik aber scharf zurück. „Wenn man dann sagt, Leute wir wollen alles haben und ich zahle aber nicht, dann braucht man sich nicht wundern, wenn Dinge nicht funktionieren. Da kann man nicht sagen, der andere verweigert sich“, sagt Kammer-Vizepräsident Johannes Steinhart.

Primärversorgung in Mariahilf
ORF
In der Mariahilfer Straße arbeiten bereits drei Ärzte in einem PHC zusammen

Als Vorbild für die Primärversorgungszentren (Primary Health Care Center, PHC) gilt das Modell des Mitte Mai 2015 eröffneten PHC auf der Mariahilfer Straße 95. Dieses soll vor allem dank längerer Ordinationszeiten (wochentags jeweils bis 19.00 Uhr) und mehr Angebot - am Standort befindet sich auch Pflegepersonal, Psychotherapeuten und Sozialarbeiter - merkbare Vorteile für Patienten bringen.

Auch Herbst-Termin bei SMZ-Ost noch unklar

Neben der schon existierenden Einrichtung in Mariahilf und dem fixen Nachfolger, der im Herbst beim SMZ Ost eröffnen soll, könnten noch heuer zwei weitere Standorte dazukommen, hatte Reischl im März angekündigt - mehr dazu in Primärversorgung: Zwei weitere Standorte. Doch daraus wird nun nichts. „Ich hätte mir gewünscht, dass wir verhandeln und trotzdem schon die ersten PHCs zum Laufen bringen. Das ist mir nicht gelungen“, räumt Reischl ein.

Ob das schon fixierte Primärversorgungszentrum beim SMZ-Ost noch im Herbst aufsperrt, ist unklar - mehr dazu in Ärzte für Primärversorgungszentrum gefunden. Das hat aber andere Gründe: Die Ärzte müssen sich an dem Standort nämlich mit dem Vermieter erst über Umbauten einigen.

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