Wehsely weist Ärztestreik zurück

93 Prozent der Wiener Spitalsärzte wollen gegen geplante Einsparungen im Nachtdienst streiken. Gesundheitsstadträtin Sonja Wehsely (SPÖ) reagiert darauf ungehalten. Die Reformen seien mit der Ärztekammer vereinbart.

„Wir haben vor über einem Jahr mit der Ärztekammer ein Paket vereinbart. Das beinhaltet eine deutliche Erhöhung der Gehälter für die Ärzte, ist bereits umgesetzt, und auf der anderen Seite dafür eine deutliche Veränderung der Arbeitszeit“, betonte Wehsely im ORF-Radio. Das sei eine große Veränderung, die auch mit Maßnahmen begleitet sei - mehr dazu in Streit über Ärztearbeitszeit beigelegt. Als Beispiel nannte Wehsely, dass etwa die Pflege Aufgaben übernommen habe, die bisher die Ärzte gemacht hatten.

Weiters gehe es um eine deutliche Verstärkung der zentralen Notaufnahmen sowie die schrittweise Umsetzung der Verschiebung von Nachtdiensten in den Tag. Das sei nichts, was von heute auf morgen gehe. Man sei seit einem Jahr in der Umsetzung. Auch mit dem nächsten Schritt, der im Herbst anstehe, und den Generaldirektionen, die ärztlichen Direktoren und die Primarärzte mit ihrer Mannschaft umsetzen, bewege man sich in dem Rahmen. Wehsely: „Es geht einfach nur Schritt für Schritt. Daher sehe ich keinen Grund für die Aufregung.“

Wehsely zitiert Häupl: „Fokussierte Unintelligenz“

Der wesentliche Punkt ist laut Wehsely, das Wiener Gesundheitswesen zukunftsfit zu machen - sowohl die Spitäler wie auch den niedergelassenen Bereich. „Wir brauchen eine starke Allgemeinmedizin, arbeiten ja mit der Ärztekammer an einem Wiener Modell für die Hausarztversorgung. Da geht eines ins andere“, sagte Wehsely.

Gerade diese Forderung der stärkeren Präsenz und Effizienz, während in der Nacht weniger möglich ist, sowie die stärkere Verlagerung in den niedergelassenen Bereich, das sei das, was von allen Kontrollinstanzen gefordert werde, was aber große Veränderungen mit sich bringe.

„Was nur zu erklären ist mit dem anstehenden Ärztekammer-Wahlkampf, für den offenbar auch gilt, was Bürgermeister Häupl zu einer Gemeinderatswahl gesagt hat, nämlich, der ‚Zeitraum der fokussierten Unintelligenz‘, ist diese Krawallmache der Ärztekammer. Denn der Rahmen, in dem sich der Krankenanstaltenverbund (KAV) bei der Umsetzung bewegen muss, ist diese Vereinbarung - von der wir keinen Millimeter abgeben“, so Wehsely.

Spielraum hin zum Konsens?

Wehsely wiederholte, es gebe eine ganz klare Vereinbarung, die umzusetzen sei. Wichtig sei, dass der Dialog vom Management mit der Mannschaft weiterhin auch gut gemacht werde, dass bei jedem einzelnen Nachtdienst darauf geschaut werde, dass die Voraussetzungen da sind.

Wehsely: „Denn genauso ist es ausgemacht: Wenn die Voraussetzungen gegeben sind, dass der Nachtdienst in den Tag verlegt werden kann. Wir brauchen das, damit wir insbesondere - das ist für die Wiener Patienten wichtig - den niedergelassenen Bereich ausbauen können. Und da geht eines ins andere, weil wir ja hier auch Mittel freimachen können, um das ausbauen zu können.“ - Mehr dazu in Wehsely weist Ärztestreik zurück (oe1.ORF.at).

Spitalsärzte sind streikbereit

Die Wiener Spitalsärzte sind zu 92,78 Prozent bereit zu einem Streik. Das hat eine Abstimmung der Ärztekammer ergeben. Nun wird die Kammer das weitere Vorgehen in der Causa Arbeitszeiten in einer Sondersitzung beraten. Mittwochnachmittag wird voraussichtlich bei der Ärztekammer entschieden, ob es tatsächlich zum Arbeitskampf kommt - mehr dazu in Spitalsärzte sind streikbereit.

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