Ärztestreik: Pilz will Ende der Panikmache

Als Panikmache und reine Standespolitik hat Wiens Patientenanwältin Sigrid Pilz die Streikdrohung der Wiener Ärztekammer bezeichnet. Sie fordert ein Ende der Panikmache und die Rückkehr zum Verhandlungstisch.

Die Umstellung der Dienstzeiten in den Wiener Gemeindespitälern sei richtig und gut für die Patienten. Gehaltserhöhungen von bis zu 50 Prozent seien den Ärzten in den Wiener Gemeindespitälern vor einem Jahr zugestanden worden, sagte Pilz im ORF-Radio. „So viel Querelen und Krawall gibt es nur in Wien. Und das hat auch zu tun mit der standespolitischen Orientierung der Ärztekammer. Es stehen Wahlen vor der Tür. Das alles darf nicht auf dem Rücken der Patienten ausgetragen werden, das werde ich nicht akzeptieren.“

Pilz: „Nachtdienst beginnt um 13.00 Uhr“

Pilz erklärte, dass ein Nachtdienst in Wien derzeit um 13.00 Uhr beginnt. Das sei heller Mittag. Künftig solle ein Tag auch ein Tag sein, um 7.00 Uhr beginnen und zwischen 19.00 und 20.00 Uhr enden. Pilz: „Das ist der Tagdienst und dann beginnt der Nachtdienst.“

Die Kammer kritisiert ja, dass 40 dieser Nachtdienste abgeschafft werden. Pilz appellierte an die Ärztekammer, an den Verhandlungstisch zurückzukehren - mehr dazu in Ärzteprotest: Pilz warnt vor Panikmache (oe1.ORF.at).

Streit um Einsparung von Nachtdiensten

Streitpunkt ist das neue Arbeitszeitgesetz, und hier vor allem die Verlagerung der Nachtdienste in den Tag. Denn Patienten sollen in der Nacht in zentralen Notfallaufnahmen betreut werden und am nächsten Tag in die Fachabteilungen überstellt werden. Doch das funktioniert laut Kammer nicht, insbesondere, wenn ab September 40 weitere Nachtdiensträder gestrichen werden - mehr dazu in Spitalsärzte sind streikbereit.

Die Stadt weist die Kritik zurück. Die zuständige Gesundheitsstadträtin Sonja Wehsely (SPÖ) verweist auf umgesetzte Begleitmaßnahmen. So seien die zentralen Notaufnahmen deutlich verstärkt worden und Pfleger würden jetzt auch Aufgaben von Ärzten übernehmen - mehr dazu in Wehsely weist Ärztestreik zurück.

Die Ärztekammer hat sich für „Kampfmaßnahmen bis zum Streik“ im Streit um geplante Einsparungen von Nachtdiensten in Wiens Gemeindespitälern entschieden. Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ) wirft den Ärzten Angstmache vor - mehr dazu in Ärztekammer für Kampfmaßnahmen.

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