BV-Wahl: Lichtenegger freut sich „wahnsinnig“

Die grüne Neo-Bezirksvorsteherin der Leopoldstadt, Ursula Lichtenegger, hat nicht mit einem Wahlsieg gerechnet. Sie freue sich „wahnsinnig“. Karlheinz Hora (SPÖ) hingegen machte das grün-blaue Duell für die roten Verluste verantwortlich.

„Wir haben viele Menschen mit dem Weg des ‚Miteinanders‘ erreicht. Ich möchte die Verantwortung wahrnehmen und ab morgen für die Leopoldstadt arbeiten“, sagte die grüne Bezirkschefin Lichtenegger im „Wien heute“-Interview. Sie konnte mit ihrer Partei die SPÖ überholen und wird nun die neue Bezirksvorsteherin - mehr dazu in Grüner Erdrutschsieg in der Leopoldstadt.

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Lichtenegger (Grüne) im „Wien Heute“-Interview

„Wie es ausschaut, haben die Grünen mit ihrem Spruch, dass es nur um den Zweiten geht, die bessere Mobilisierungskraft gehabt. Ich habe immer davor gewarnt, dass die Menschen nicht mitbekommen, dass wir auch um die Nummer 1 kämpfen“, so Hora gegenüber „Wien heute“. Die Grünen lagen ja beim ersten Urnengang im Oktober 2015 nur 21 Stimmen vor den Freiheitlichen - mehr dazu in Uschi Lichteneggers Weg zur Bezirkschefin.

BP-Wahlverschiebung als Mobilisierungsproblem

Doch es wäre laut Hora nicht nur um Platz zwei, sondern auch um den ersten Platz gegangen. „Wir haben es nicht geschafft, das in alle Köpfe hineinzubekommen“, so der Noch-Bezirskvorsteher, der bald seinen Sessel räumen muss. Auch die Verschiebung der Bundespräsidentenwahl sieht er als Mobiliserungsproblem seiner Partei. „Da haben viele geglaubt, dass alles verschoben wird.“

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Karlheinz Hora (SPÖ) muss seinen Sessel als Bezirksvorsteher räumen

Das sieht auch FPÖ-Kandidat Wolfang Seidl so. „Es ist das Problem mit den Wahlkarten und den Verschiebungen, da haben sich die Leute nicht ausgekannt. Das wird uns getroffen haben.“ Der blaue Gemeinderat sieht das Ergebnis für die FPÖ nicht unbedingt positiv. „Wir haben ein wenig dazugewonnen, trotzdem unser Ziel, stimmenstärkste Partei zu werden, leider nicht erreicht.“

FPÖ-Anfechtung noch unklar

Die Freiheitlichen hatten den ersten Urnengang aufgrund von Unregelmäßigkeiten bei der Auszählung der Wahlkarten erfolgreich angefochten. Ob es wegen der Probleme mit dem Klebestreifen bei den Kuverts auch diesmal wieder eine Anfechtung der FPÖ geben wird, ist noch unklar. „Die Wahlkarten werden erst morgen ausgezählt. Wir haben auch beim letzten Mal erleben müssen, dass da etwas nicht gepasst hat. Derzeit schaut es nicht so aus, als wenn wir anfechten würden. Aber wenn morgen wieder etwas passiert, dann müssten wir anfechten.“

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„Ziel nicht erreicht“, sagte Wolfgang Seidl (FPÖ)

Im Vergleich zum aufgehobenen Wahlgang 2015 hat die ÖVP leicht verloren. „Wir können sagen, dass wir unser Ergebnis weitgehend gehalten haben“, sagte der schwarze Spitzenkandidat Hubert Pichler. Ähnlich sieht das Christian Moritz von den NEOS. „Unseren Wähleranteil konnten wir halten, darüber sind wir sehr glücklich. Denn es war doch ein Duell ‚Gut‘ gegen ‚Böse‘, das von den Grünen ausgerufen wurde.“

Liste ANDAS gratuliert Grüne

Der Spitzenkandidat der Liste ANDAS, Josef Iraschko, gratulierte den Grünen zum Wahlsieg. „Ich bin froh, dass die SPÖ abgewählt wurde.“ Auch mit dem Ergebnis seiner Liste ist er weitgehend zufrieden. „Ich finde, das wir unser Mandat erhalten haben, ist in dieser Konstellation positiv. Ich hätte natürlich gern ein zweites gehabt – und es wäre möglich gewesen.“

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