Alternativen für Lobautunnel angekündigt

Dass am Lobautunnel längst geplant wird, verstört nicht nur Umweltschützer, sondern ist auch den Grünen ein Dorn im Auge. Auf ihren Wunsch hin sollen im Herbst Alternativen zum Teilabschnitt auf der S1 präsentiert werden.

Für den Weiterbau der S1, der Wiener Außenring-Schnellstraße, kursieren eine ganze Fülle von Ideen. „Wie wir im Regierungsübereinkommen vereinbart haben, werden derzeit Alternativen durch ein Expertenteam geprüft“, berichtete Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou (Grüne).

Sämtliche notwendigen Verkehrsberechnungen würden dort einfließen: „Im Laufe des Herbstes kommt es dann zu einer Präsentation der Ergebnisse, auf die ich sehr gespannt bin. Ungeachtet dessen gilt es abzuwarten, wie das Bundesverwaltungsgericht entscheidet.“

Nächste Runde im Streit um Lobautunnel

Laut ASFINAG könnte 2018 mit dem Bau des umstrittenen Lobautunnels begonnen werden, die Grünen prüfen aber weiterhin Alternativen.

Vassilakou will „für alle Fälle gerüstet sein“

Denn dieses ist derzeit am Zug. Es untersucht in zweiter Instanz den vorliegenden Umweltverträglichkeitsbescheid. „Dem Vernehmen nach ist nicht mit einer baldigen Entscheidung zu rechnen. Ich denke, dass wir gut beraten sind, für alle Fälle gerüstet zu sein“, befand die Hüterin des Verkehrsressorts.

Die Frage, ob sie sich jedenfalls für eine Alternative entscheiden oder gegebenenfalls mit der ungeliebten Röhre unter dem Nationalpark Donau-Auen abfinden wird, stellt sich laut Vassilakou noch nicht: „Für mich ist es wesentlich, abzuwarten, was überhaupt kommt. Danach ist die Diskussion weiter zu führen.“

Wirtschaftskammer fordert baldige Umsetzung

Für die Wirtschaftskammer Wien ist die Zeit für Diskussionen vorbei: „Der Bau des Tunnels bringt tausende Jobs, entlastet den Verkehr und stärkt den Wirtschaftsstandort Wien. Die Planungen sind alle abgeschlossen, das Budget steht. Es wurde jahrelang diskutiert, jetzt muss endlich umgesetzt werden“, forderte Walter Ruck, Präsident der Wirtschaftskammer Wien, in einer Aussendung.

Bereits im Vorfeld der Entscheidung für die Tunnelvariante wären laut Wirtschaftskammer 20 Varianten und Untervarianten unter der Prämisse „hohe Verkehrswirksamkeit bei gleichzeitiger Einhaltung der strengen Vorschriften im Anrainer- und Umweltschutz“ geprüft worden. Für das Tunnelprojekt wurde vor eineinhalb Jahren ein positiver Umweltverträglichkeitsbescheid ausgestellt. Dieser muss nach einem Beschluss des Bundesverwaltungsgerichts jedoch neu geprüft werden.

Wirtschaftsbund und ÖVP mit Kritik

Kritik kommt auch aus dem Wiener Wirtschaftsbund: „Alle Fakten liegen längst auf dem Tisch. Verkehrsexperten und betroffene Unternehmerinnen und Unternehmer verstehen die Verzögerungstaktik der Frau Vizebürgermeisterin nicht mehr“, versicherte Direktor Christoph Biegelmayer: „Es braucht jetzt endlich die Umsetzung des Lobautunnels. Ich empfehle die Ideologie der Sachlichkeit unterzuordnen.“

Wiens ÖVP-Chef Gernot Blümel nahm die Ressortchefin ebenfalls in die Pflicht: „Es muss endlich Schluss sein mit den ewigen Verzögerungen und der grünen Verhinderungspolitik. Nach einem kurzen lichten Moment im Juli, bei dem vorübergehende Anzeichen eines Sinneswandels zu erkennen waren, hat Vassilakou in Angst vor ihrer eigenen Courage leider umgehend wieder eine Kehrtwendung gemacht.“

ASFINAG will 2018 mit Tunnelbau starten

Die ASFINAG hat unterdessen schon sehr konkrete Pläne. Vorgesehen ist, mit dem Bau des Tunnels unter der Donau und der Lobau 2018 zu beginnen. Die Fertigstellung des Gesamtprojekts soll - so hieß es jedenfalls zuletzt - 2025 erfolgen - mehr dazu in Lobautunnel: ASFINAG will Frist einhalten.

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