Schule tauschte alle Lehrerinnen aus

Eine kleine Volksschule im 19. Bezirk hat alle ihre Lehrerinnen ausgetauscht. Grund war ein Schulausflug in Niederösterreich, bei dem die Lehrerinnen die Schüler über einen bereits geschlossenen Bahnübergang gelotst hatten.

Anfang des Sommers sorgte die Aktion für Schlagzeilen. Vier Volksschullehrerinnen hatten bei einem Schulausflug in Niederösterreich die 83 Schülerinnen und Schüler über einen Bahnübergang gelotst, obwohl die Schranken bereits unten waren. Drei der Lehrerinnen wurden sofort entlassen, gegen die vierte läuft ein Disziplinarverfahren - mehr dazu in Wiener Schüler über Gleise geführt (noe.ORF.at; 6.7.2016).

Bahnüberquerung: Lehrerinnen ausgetauscht

In jener Volksschule in Döbling, deren Ausflug mit dem Überqueren eines geschlossenen Bahnschrankens für Aufsehen sorgte, sind die entlassenen Lehrerinnen ausgetauscht worden.

Die vier entlassenen bzw. suspendierten Lehrerinnen waren das gesamte Lehrpersonal der kleinen Volksschule im 19. Bezirk. Sie wurden durch neue Lehrerinnen ersetzt. „Es ist gelungen, vier erfahrene und qualifizierte Lehrerinnen zu finden, trotz der Sommerferien, sodass ein gelungener Schulstart für alle Kinder möglich ist“, so Bezirksschulinspektorin Ursula Huber.

Volksschule im 19. Bezirk
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Die betroffene Volksschule in Neustift am Walde im 19. Bezirk

Neustart nach „traurigem Abschied“

Die Situation ist für Eltern und Schüler nicht einfach. „Prinzipiell sind wir uns alle einig, und da bin ich sehr froh darüber, dass wir im Sinne der Kinder wirklich versuchen einen Neustart zu machen - und die neuen Lehrer unterstützen, denn die können eigentlich gar nichts dafür“, so die Elternvereinsvorsitzende Julia Köberl. Es wird versucht „im Sinne der Kinder einen Haken darunter zu machen, so traurig der Abschied auch war.“

Laut der Bezirksschulinspektorin agieren die neuen Lehrerinnen sehr einfühlsam. „In diesem Fall werden die Lehrerinnen pädagogisch nach ihren Ausbildungen gewissenhaft arbeiten. Sie sind sich natürlich der Verantwortung umso mehr bewusst, die sie gegenüber den Kindern und Eltern haben“, so Huber.

Bahnübergang
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Bahnübergang Leobendorf im Bezirk Korneuburg

Vorfall wird nicht aufgearbeitet

In der Schule wird die Bahnübergang-Aktion nicht eigens aufgearbeitet. „Wir haben auf Empfehlung einer Psychologin im Stadtschulrat hin kein konkretes Projekt in der Schule, um das mit den Kindern gesamtheitlich aufzuarbeiten. Es wird im Bedarfsfall, wenn das bei einzelnen Kinder doch noch ein Thema ist, diese Betreuung geben“, so Köberl.

Auch wenn der Vorfall für die Schule kein Thema mehr ist, für die Gerichte ist er es sehr wohl. Den vier Lehrerinnen droht ein Strafprozess, ebenso wie den acht Eltern, die den Ausflug begleiteten.

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