Austria-Stadion: Viel Prominenz bei Spatenstich

Die Wiener Austria hat heute den Spatenstich für ihr neues Stadion begangen. Die Generali-Arena wird bis 2018 fast gänzlich neu errichtet und aufgemotzt. Zum heutigen Ritual ließ der Traditionsklub jede Menge Prominenz aufmarschieren.

Neben Austria-Präsident Wolfgang Katzian, Trainer Thorsten Fink sowie Ex-Austria-Spieler und -Trainer Herbert Prohaska griff auch Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ), gewissermaßen Chef-Austrianer im Rathaus, zum Spaten und stach für die Fotografen und Kameras in den extra aufgestreuten violetten Sand. Dahinter hatte auch die Kampfmannschaft Aufstellung genommen, um dem „historischen Moment“ beizuwohnen.

Wobei die Bauarbeiten am Oval beim Verteilerkreis - dem früheren Horr-Stadion - eigentlich schon begonnen haben. Die über 30 Jahre alte Nord- sowie die Westtribüne wurden bereits abgerissen - mehr dazu in Baustart für neues Austria-Stadion. Die erstere wird zu einem Business- und VIP-Areal inklusive darunter liegender Tiefgarage umgebaut. Die Westtribüne wiederum dient künftig als Familienzone mit Fansektor für Gastmannschaften. Beide Bereiche werden um zwei Ränge aufgestockt und somit an das Dachniveau der Osttribüne angeglichen.

Eröffnungsspiel im Sommer 2018 geplant

Fertig werden will man damit bis Frühjahr 2018. Dann folgt noch der Innenausbau, „sodass wir das Stadion im Sommer 2018 mit einem würdigen Spiel eröffnen können“, so Kraetschmer. Über die Pläne, gegen wen das Eröffnungsmatch im Juli 2018 stattfinden wird, will der Austria-Vorstand derzeit noch nicht reden. Bis zur Eröffnung muss die Austria noch mit dem Ernst-Happel-Stadion vorliebnehmen. Fans können den Baufortschritt übrigens in Echtzeit beobachten: Auf der Homepage der Austria dokumentiert eine Webcam die Baustelle.

Generali Arena
FK Austria Wien
Die Generali-Arena in Favoriten soll im Sommer 2018 eröffnet werden

Stadion auf internationalem Top-Niveau

Insgesamt investiert die Austria 42 Millionen Euro in ihre neue Generali-Arena, die damit zu einem Vier-Sterne-Stadion nach UEFA-Kriterien aufgemotzt wird. Künftig könnten daher auch mehr Spiele in der Generali-Arena ausgetragen werden, so Kraetschmer, der von einem „Meilenstein der Austria“ spricht: „Das war uns wichtig, dass wir grundsätzlich auch alle Europa League und Champions League-Spiele in unserer Generali-Arena austragen können, die dann im nationalen Spielbetrieb 17.500 Zuschauer und international 15.000 möglich machen.“ Das soll auch neue Einnahmemöglichkeiten bringen.

Blick in Zukunft und Vergangenheit

In „Wien heute“ erinnert sich unter anderem Austria-Legende Herbert Prohaska an seine Anfänge im Stadion.

Stolz ist Kraetschmer jedenfalls auch auf den Nachhaltigkeitsschwerpunkt beim Neubau. Eine Fotovoltaikanlage wird etwa umweltfreundlichen Strom liefern, in Zisternen gesammeltes Regenwasser für die Rasenpflege verwendet. Die Generali-Arena wird außerdem dann schon an die U-Bahnlinie U1 angeschlossen sein, die bis Herbst 2017 bis Oberlaa verlängert wird und dabei auch eine Station am Verteilerkreis („Altes Landgut“) erhalten wird. Und dies würden bedeuten, „dass man das Sportbudget von der Kampfmannschaft weg bis zu den Kleinsten hinunter erhöhen kann“.

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APA/Walter Longauer

Prohaska: „Tribüne hat gekracht“

Alle Beteiligten hoffen jedenfalls auf positive Impulse. Katzian freute sich etwa über das „violette Schmuckkästchen des österreichischen Fußballs“. Dieses werde die Basis für weitere Austria-Erfolge sein, zeigte er sich hoffnungsfroh. Ähnlich sieht das der laut Selbstdefinition „Uralt-Violette“ Häupl. Vom neuen Stadion werde ein „Spirit“ ausgehen, der sich hoffentlich auf die Mannschaft übertragt. Der Bürgermeister verwies bei der Gelegenheit aber auch auf die Bedeutung des Großvorhabens für Favoriten und die ganze Stadt, spielte er beispielsweise auf das benachbarte Stadtentwicklungsprojekt „Viola-Park“ an.

Herbert Prohaska meinte im APA-Gespräch, dass er hier schon viele Entwicklungen miterlebt habe. In seiner Anfangszeit als Spieler habe der Platz noch „dramatisch anders“ ausgesehen: „Die Tribüne hat gekracht und ‚gegrammelt‘. Wir haben uns darunter umgezogen und hatten ständig Angst, dass sie einmal einbricht.“ Um die Sanitäranlagen war es auch nicht gerade hervorragend bestellt: „Wir hatten ein Bad mit drei Duschen, wovon eine nicht funktioniert hat. Das heißt, wir mussten uns nach dem Spiel anstellen. Wenn du da am Schluss dran warst, war schon wieder eine Stunde um.“

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