Ausbau der Zugsstrecke Wien - Bratislava

Die Strecke zwischen Wien und der slowakischen Hauptstadt Bratislava soll elektrifiziert und teilweise zweigleisig werden. Damit wollen die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) die Fahrtdauer auf 40 Minuten reduzieren. Die Kosten betragen rund 505 Mio. Euro.

Die Zugsstrecke zwischen Wien und Bratislava nördlich der Donau wird bis 2023 um 505 Mio. Euro erneuert und teilweise zweigleisig ausgebaut. Damit soll die Fahrtzeit zwischen den beiden Hauptstädten von 65 auf 40 Minuten sinken. Durch eine Modernisierung der Bahnhöfe und Gleise sollen auch Pendler davon profitieren. Die Slowakei will die Fortsetzung von der Grenze bis Bratislava modernisieren.

Zweigleisiger Vollausbau bis 2030 angedacht

Am vergangenen Mittwoch erfolgte der Spatenstich für den Ausbau der 37 Kilometer langen Strecke bis zur Staatsgrenze bei Marchegg. Bis Wien-Aspern soll sie bis 2018 zweigleisig sein, zwischen Siebenbrunn-Leopoldsdorf und Schönfeld-Lassee bis 2023. Damit soll die Kapazität ausreichen, um pro Stunde drei Personenzüge - etwa je eine S-Bahn, einen Regionalzug und einen Fernverkehrszug - sowie Güterzüge zu führen. Sollte der Bedarf auf der Strecke noch deutlich steigen, ist ein zweigleisiger Vollausbau bis 2030 angedacht.

Grafik Streckenausbau
APA/Martin Hirsch

Mit der Modernisierung wird die Strecke elektrifiziert, die Spitzengeschwindigkeit soll auf 160 Kilometer pro Stunde steigen. Die Strecke soll mit Park-and-Ride-Möglichkeiten ausgestattet werden und der gesamten Region Marchfeld Aufschwung bringen. Durch die Anbindung an die U-Bahn (U2) in Aspern-Nord soll der Zugang zur Stadt einfacher werden. Die Strecke nördlich der Donau ist aber nicht nur für Pendler und die Verbindung der beiden einander räumlich am nähesten stehenden Hauptstädte Europas wichtig.

Ausbau auch auf slowakischer Seite

Am Mittwoch wurde auch eine Grundsatzvereinbarung zwischen Infrastrukturminister Jörg Leichtfried (SPÖ) und dem slowakischen Staatssekretär für Transport, Viktor Stomcek, unterzeichnet. Die Slowakei will die Strecke zwischen der Staatsgrenze bei Marchegg und Devinska Nova Ves bis Ende 2022 modernisieren sowie elektrifizieren und für einen zweigleisigen Ausbau die Planung abschließen. Auch Österreich fasst den zweigleisigen Ausbau zwischen Marchegg und der Staatsgrenze ins Auge, dafür gibt es aber noch kein Datum für die Fertigstellung.

Spatenstich für den Streckenausbau

27 Jahre nach dem Fall des Eisernen Vorhangs wird die Zugsverbindung zwischen Wien und Bratislava zweispurig ausgebaut und elektrifiziert.

Den Löwenanteil der Finanzierung leistet das Infrastrukturministerium, rund 15 Mio. Euro der 505 Mio. Euro steuert die Stadt Wien bei. Aus EU-Töpfen ist bis jetzt für den Ausbau kein Geld vorgesehen, es gab aber aus Brüssel eine Beteiligung an den Planungskosten. Auf Basis der Grundsatzvereinbarung kann noch um EU-Gelder angesucht werden.

Teil des Ostsee-Adria-Korridors

„Wien und Bratislava wachsen zusammen“, freute sich Leichtfried beim feierlichen Spatenstich. Das sei für beide Städte wichtig. Außerdem werde der baltische Korridor zwischen Ostsee und Adria damit ausgebaut, was auch in Österreich Arbeitsplätze schaffen könne. Im Zuge des Ausbaus der internationalen Strecke werde dank Bahnhofsausbaus und Modernisierungen auch der Nahverkehr profitieren. Der EU-Koordinator für den Ostsee-Adria-Korridor, Kurt Bodewig, sprach von einem „Meilenstein in der Entwicklung eines integrierten europäischen Verkehrsnetzes“ wie es bis 2050 entstehen soll.

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