ÖBB: Vergabe von Milliardenauftrag wird geprüft

Ein Milliardenauftrag der ÖBB kommt vor das Bundesverwaltungsgericht. Ein unterlegener Bieter brachte einen Nachprüfantrag ein. Die ÖBB bestellten kürzlich rund 300 Elektrotriebwagen beim Bestbieter Bombardier.

Eine ÖBB-Sprecherin bestätigte die Nachprüfung am Dienstag auf Anfrage. Mit Elektrotriebwagen soll der Nahverkehr-Fuhrpark der ÖBB erneuert werden, das Gesamtvolumen des Auftrags beträgt rund zwei Milliarden Euro.

Geboten hatten für den zehn- bis fünfzehnjährigen Auftrag neben Bombardier auch Siemens und die Schweizer Stadler Rail. Laut APA-Informationen stellten die Schweizer den Nachprüfungsantrag, die ÖBB wollten das allerdings nicht kommentieren. Der Antrag kam jedenfalls umgehend am Dienstag, nachdem in der Nacht von Montag auf Dienstag eine zehntägige Stillhaltefrist ausgelaufen war.

Vergabeverfahren laut ÖBB „wasserdicht“

Bei den ÖBB zeigte man sich auch überzeugt, dass das Vergabeverfahren „gut und wasserdicht“ abgeführt wurde. Die Ausschreibung sei dem europäischen Vergaberecht gemäß europaweit bekannt gemacht worden. Binnen sechs Monaten habe man ein „faires und transparentes Verfahren nach internationalen Maßstäben durchgeführt“. Auch über die schlussendlich am 19. September erfolgte Vergabe an den Bestbieter Bombardier habe man alle Bieter umgehend informiert.

Erfahrungsgemäß komme es bei Vergaben in dieser Größenordnung immer wieder vor, dass Nachprüfungsanträge eingereicht werden. Der endgültige Abschluss der Rahmenvereinbarung der ÖBB mit Bombardier werde sich zwar verzögern, so die Bundesbahn. Die Verzögerung werde sich aber in einem überschaubaren Rahmen halten und das Verfahren zeitnah abgeschlossen, gab man sich Dienstagnachmittag zuversichtlich.

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